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Welt nennt falsche Zahlen zur Krankenhausabrechnung in Niedersachsen

Hannover, 28. Juli 2008

Der MDK Niedersachsen widerspricht dem am 28. Juli 2008 in der "Welt"-Online-Ausgabe erschienen Artikel zu den Krankenhausabrechnungen der DMI Systems AG.

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Niedersachsen widerspricht der Aussage des DMI-Vorstands Michael Ehlebracht, wonach in Niedersachsen „zwischen 20 000 und 40 000 Gutachten unerledigt“ seien. „Richtig ist, dass der MDK Niedersachsen mit der Prüfung der Kodierungen von Krankenhausabrechnungen auf dem Laufenden ist“, erklärt MDKN-Geschäftsführer Jürgen Vespermann. Unter den zurzeit noch nicht erledigten Aufträgen der Krankenkassen sind rund 5.000 Fälle, in denen der MDK Niedersachsen medizinische Unterlagen von Krankenhäusern angefordert habe, die aber noch nicht eingegangen sind.

Zum Hintergrund: Die Krankenkassen zahlen nicht mehr für belegte Betten, sondern nur noch pauschal für einzelne Diagnosen nach dem System der Diagnosis Related Groups (DRG). Die Krankenhäuser müssen die Diagnosen einschließlich der Komplikationen und Begleiterkrankungen sowie die Behandlungsmaßnahmen exakt verschlüsseln. Dieser Vorgang wird Kodierung genannt und stellt die zentrale Abrechnungsgrundlage mit den Krankenkassen dar. Der MDK Niedersachsen prüft die Qualität dieser Kodierung.

Unverständnis zeigte MDKN-Chef Vespermann auch für die Aussage zum Kostenaufwand für die DRG-Prüfungen durch den Medizinischen Dienst. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass DMI seine Gutachten kostenlos erstellt. Wenn man bedenkt, dass die Krankenkassen in Niedersachsen je nach Abrechnungsfall auf der Grundlage des MDK-Gutachtens im Durchschnitt 800 Euro von der Krankenhausrechnung abziehen können, ist der Aufwand dafür geradezu marginal“, erklärt Vespermann.

Unklar sei auch, auf was sich die „Fehlerquote“ von 20 Prozent in dem Welt-Artikel beziehe. Sollte DMI-Vorstand Ehlebracht damit den Korrekturbedarf von Krankenhausabrechnungen meinen, wäre dieser im MDK-Vergleich recht niedrig. Nach den Prüfungen des MDK Niedersachsen ist fast jede zweite Krankenhausabrechnung korrekturbedürftig.
„Selbst wenn diese Quote bei DMI nur bei 20 Prozent liegt, halte ich die Aussage: DMI-Systems macht Streit um Abrechnungen im Gesundheitswesen überflüssig eher für einen PR-Gag“, sagt Vespermann.

In diese Kategorie falle nach Vespermanns Ansicht auch die Aussage, dass der Ausweg die Einführung von Abrechnungsspezialisten, sogenannten klinischen Kodierern, in den Krankenhäusern“ sei. „Die meisten Krankenhäuser setzen Kodierassistenten und Medizincontroller schon seit langem ein. Das Fallpauschalen-System gibt es mittlerweile seit vier Jahren. Der MDK Niedersachsen arbeitet von Beginn an mit Kodierassistentinnen und Kodierassistenten und bildet diese auch im Auftrag für die Krankenkassen aus“, sagt Vespermann.


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