Hannover, 12. Oktober 2008
Beim „Forum Humanitäre Hilfe“ informierte die Ärztekammer Niedersachsen am Samstag, 11. Oktober 2008, über den Einsatz von Ärztinnen und Ärzten in Krisen- und Katastrophen-Gebieten.
Mit der Zunahme von Krisen und Katastrophen in vielen Regionen des Globus wächst auch der Bedarf an Hilfseinsätzen durch Ärztinnen und Ärzte. Ziel der Veranstaltung war es deshalb, über bisherige Hilfs-Einsätze zu berichten und Interessierten auf diese Weise das Engagement in den gefährdeten Regionen näher zu bringen.
In mehreren Vorträgen berichteten die Teilnehmer von ihren persönlichen Erfahrungen und den besonderen Anforderungen, die in solch außergewöhnlichen Situationen zu bewältigen sind, zum Beispiel bei der Infektionsbekämpfung oder der rekonstruktiven Chirurgie.
Ärztekammer-Präsidentin Dr. Martina Wenker verwies auf die Aktivitäten der niedersächsischen Ärztinnen und Ärzte: Neben zahlreichen hauptamtlichen Medizinern bei den Hilfsorganisationen stellen sich pro Jahr durchschnittlich etwa 150 Ärzte allein aus Niedersachsen für ehrenamtliche Einsätze zur Verfügung, wobei in der Mehrzahl der Fälle die Einsatzdauer zwischen einer und sechs Wochen liegt.“ Am häufigsten seien dabei Projekte in Afrika und Asien.
Die niedersächsische Ärztechefin sieht aber auch die Hindernisse, die einem zahlenmäßig noch stärkerem Engagement im Wege stehen können, "etwa die Dienstpläne in den Krankenhäusern, zögerliche Unterstützung durch Vorgesetzte oder die Unabkömmlichkeit in der Praxis. Hier lässt sich sicherlich noch einiges bewegen - auch mit Hilfe der ärztlichen Standesorganisationen.“ Die Ärztekammer Niedersachsen selbst betreut seit 2004 eine "Gesprächsrunde Humanitäre Hilfe“, die sich für verbesserte Rahmenbedingungen bei Auslandseinsätzen einsetzt und mehrmals im Jahr als Informations- und Kontaktbörse allen an diesem Thema Interessierten zur Verfügung steht.
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