Berlin, 19. Mai 2008
Diskussion über die Patientenversorgung: Jörg-Dietrich Hoppe, der Präsident der Bundesärztekammer, räumt ein, dass eine umfassende Versorgung nicht mehr möglich sei.
Kurz vor Beginn des Deutschen Ärztetages in Ulm räumt Hoppe gegenüber der Welt ein, dass auf Grund der Ausgabenbegrenzung der Kassen Abstriche in der medizinischen Versorgung gemacht würden.
„Eine Form von Rationierung medizinischer Leistungen ist unumgänglich“, sagte Hoppe. Bestimmte Leistungen, wie zum Beispiel Kuren oder Versorgungen im Wellness-Bereich, müssten die Patienten künftig selbst zahlen, fordert Hoppe.
Um die Prioritäten bei der medizinischen Versorgung festzulegen, schlägt Hoppe die Einrichtung eines „Gesundheitsrates“ vor, der aus Ärzten, Juristen, Ökonomen und Ethikern bestehen und Empfehlungen an die Politik geben soll. „Die Ärzte müssen endlich aus der Rolle entlassen werden, dass sie es sind, die den Patienten sagen müssen, wenn sie bestimmte Leistungen nicht mehr bekommen“, so Hoppe gegenüber der Berliner Morgenpost. Der Ärztepräsident fordert, die „heimliche Rationierung“, die es schon lange gebe, nun offen zu diskutieren.
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