Essen, 24. Januar 2007
Nach einer vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) vorgelegten Studie sind 40 Prozent der Krankenhäuser bis zum Jahr 2020 von der Pleite bedroht.
Verhindert werden könnte dies zum einen durch weitere Kostensenkungen, zum anderen durch mehr marktwirtschaftliche Elemente im Krankenhaussektor.
Der "Krankenhaus Rating Report 2007" des RWI Essen kommt zu dem Schluss, dass sich die Finanzlage der deutschen Krankenhäuser zwar leicht verbessert habe, aber die aktuelle wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser weiterhin recht heterogen sei. Für die Studie wurden die Jahresabschlüsse von knapp 600 deutschen Krankenhäusern ausgewertet. Finanziell kämen auf die Krankenhäuser weitere Veränderungen zu. Beispielsweise werde voraussichtlich die Anzahl ambulanter Operationen zunehmen, die Verweildauer der Patienten sinken und die öffentliche Förderung zurückgehen. Diese und weitere Faktoren würden bei 44 Prozent der Krankenhäuser zu einer erhöhten Insolvenzgefahr führen. Um gegenzusteuern, müssten die gefährdeten Krankenhäuser ihre Kosten zwischen 0,3 und zwei Prozent senken.
Die RWI-Studie geht zudem von einer Marktbereinigung aus. Beispielsweise könnten bis zum Jahr 2020 jährlich die 1,5 Prozent der Krankenhäuser mit dem jeweils schlechtesten Rating schließen, insgesamt also fast 22 Prozent. Als Folge würden die verbleibenden rentablen Krankenhäuser besser ausgelastet und die Überkapazitäten an Krankenhausbetten abgebaut. Von einer solchen Marktbereinigung bis 2020 würden eher große, öffentlich-rechtliche und akademische Lehrkrankenhäuser betroffen sein. Insgesamt werde sich die Trägerstruktur, auch durch Fusionen und Privatisierungen, zusätzlich in Richtung privater Trägerschaft verschieben.
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| Krankenhaus Rating Report 2007, RWI Essen Veröffentlicht am: 24. Januar 2007 |
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