Siegburg, 10. Dezember 2008
Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen kritisieren scharf die von der EU-Kommission geplante Lockerung des Werbeverbotes für verschreibungspflichtige Arzneimittel.
Es müsse Sache des behandelnden Arztes bleiben, über die optimale Arzneimitteltherapie zu entscheiden. Eine bessere Information von Patienten über Vorteile und Risiken von Arzneimitteln müsse durch neutrale, von der Pharmaindustrie unabhängige Informationsquellen sichergestellt werden. Es sei daher falsch, Pharmaherstellern künftig zu erlauben, in Printmedien und auf Websites über verschreibungspflichtige Arzneimittel zu "informieren". Damit werde unter dem falschen Etikett "Information" letztendlich der Pharmaindustrie die Möglichkeit zur Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel eröffnet, erklärten die Spitzenverbände. Eine umfassende Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten sei von Herstellern, die ihr Produkt verkaufen wollten, nicht zu erwarten.
Wichtig für den Verbraucherschutz seien gute zielgruppengerichtete Informationen für die Patienten, die durch unabhängige Einrichtungen (wie das IQWiG in Deutschland) entwickelt und verbreitet werden. Dieser Weg müsse europaweit gefördert werden, betonen die Spitzenverbände. Sie fordern deshalb eine entsprechende Nachbesserung des EU-Pharmapakets.
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