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Sachverständigenrat fordert bessere Zusammenarbeit der Heilberufe

Berlin, 04. Juli 2007

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) hat gestern in Berlin sein jüngstes Gutachten vorgelegt.

Das Gutachten 2007 mit dem Titel "Kooperation und Verantwortung. Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung" hat knapp 1.000 Seiten. In ihm unterbreitet der SVR Vorschläge, wie Qualität und Patientensicherheit in der Gesundheitsversorgung verbessert werden können. Auftrag des SVR war es, Über-, Unter- und Fehlversorgung aufzuzeigen und Möglichkeiten zur Ausschöpfung von Rationalisierungspotenzialen vorzuschlagen.

Der SVR schlägt darin beispielsweise vor, die Kompetenzen der nicht-ärztlichen Berufsgruppen zum Wohle der Patienten stärker zu nutzen. Mit einer besseren Arbeitsteilung sollen nicht-ärztliche Gesundheitsberufe stärker in die medizinische Versorgung einbezogen werden. Die derzeitige Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe -Ärzten, Pflegediensten, Krankenhäusern und Vorsorgeeinrichtungen - reicht nach Ansicht der Sachverständigen nicht mehr aus. Sie fordern mehr und besser organisierte Zusammenarbeit.

Nach dem Gutachten des SVR liege die Herausforderung des Gesundheitssystems für die Zukunft nicht nur darin, durch Primärpräventionsmaßnahmen das Auftreten chronischer Erkrankungen zu vermeiden oder zu verschieben, sondern wesentlich auch darin, bei den betroffenen Patienten Begleit- und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Dies erfordere eine kontinuierliche und bei einzelnen Patienten auch intensivierte Betreuung. Hier müssten nichtärztliche Heilberufe stärker in diese Aufgabenfelder eingebunden werden.

Der SVR empfiehlt in einem zweiten Anlauf ein Bundesgesetz zur nichtmedizinischen Prävention noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen. Das Gesetz sollte organisatorisch und finanziell alle Sozialversicherungszweige und wenn möglich auch die Institutionen des öffentlichen Gesundheitsdienstes einbeziehen. Außerdem sollten nur solche Interventionen unterstützt werden, deren Qualität und Dokumentation gesichert ist. Lebensweltbezogene Projekte und fachlich fundierte Gesundheitskampagnen sollten einen hohen Stellenwert einnehmen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) kündigte einen entsprechenden Gesetzentwurf für die kommenden Monate an.

Der Rat fordert zudem, die Qualitätsdaten von Kliniken zu veröffentlichen und die Krankenhausfinanzierung umzustellen. Danach sollen die Investitionskosten der Kliniken direkt an die Fallpauschalen gekoppelt werden, über die Krankenkassen die Behandlungskosten bezahlen. Bislang werden die Investitionen von den Ländern übernommen.

» Kurzfassung des SVR-Gutachtens (0,43 MB)
Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) legte am 3. Juli 2007 das Jahresgutachten 2007 vor.
Veröffentlicht am: 03. Juli 2007

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