(13.09.2004)
Viele alte Menschen begehen Selbstmord aus Angst vor einem Leben in Pflegeheimen. Die Senioren befürchteten, entmündigt und entrechtet zu werden. Zu diesem Schluss kommt der Berliner Rechtsmediziner Peter Klostermann im Nachrichtenmagazin Focus.
Klostermann untersuchte insgesamt 130 Fälle von Selbsttötungen aus den Jahren 1995 bis 2003. Sein Ergebnis: In Abschiedsbriefen hätten fast alle Betroffenen angegeben, sie wollten mit ihrem Suizid ihrer Heimeinweisung zuvorkommen. Die meisten hätten unter Depressionen, Altersdemenz oder chronischen Schmerzen gelitten. „Angst vor absoluter Hilflosigkeit und unwürdigem Weiterleben“ sei das „entscheidende Motiv“ für die Selbsttötung gewesen.
Dem Bericht zufolge nahmen sich im Jahr 2002 bundesweit 3.534 Menschen das Leben, die 65 Jahre und älter waren. Das seien knapp fünf Prozent mehr gewesen als im Jahr zuvor.
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