» Wir über uns » News » MDK-Info » Versicherte » Kranken- & Pflegekassen

10 Millionen Euro für die Pflege in Niedersachsen

Hannover, 19. Dezember 2008

Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann "schnürt 10 Millionen Euro schweres Pflegepaket".
Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann "schnürt 10 Millionen Euro schweres Pflegepaket".
 

Das Land fördert im kommenden Jahr Pflegeprojekte mit 10 Millionen Euro. Das gab Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Freitag der Presse bekannt.

Vor allem Auszubildende in Pflegeberufen profitieren vom Finanzpaket. „Immer mehr ältere Menschen benötigen in Zukunft Hilfe. Deswegen wollen wir die Qualität der Pflege stärken“ sagte Ross-Luttmann. Die größte Fördersumme soll mit 6 Millionen Euro für Ausbildungsplätze in der Altenpflege ausgegeben werden.
„Pflegeberufe müssen gerade für junge Menschen attraktiver werden. Wir wollen auch morgen noch qualifizierte Pflegekräfte in unserer Mitte haben“, meinte die Ministerin. Noch gebe es zwar keinen Pflegenotstand in Niedersachsen, „aber wir brauchen in naher Zukunft mehr qualifizierte Pflegefachkräfte“. Pflegeeinrichtungen, die sich konstant für den Nachwuchs in der Altenpflege engagieren, sollen besonders belohnt werden. Jedes Jahr werden rund 1.800 Pflegefachkräfte in Niedersachsen ausgebildet. Für private Altenpflegeschulen ist ein Zuschuss von 60 Euro im Monat für jeden Schüler vorgesehen. Allein dafür würden weitere 2 Millionen bereitgestellt. Derzeit gibt es 51 Altenpflegeschulen in freier Trägerschaft mit 2783 Schülern.

Um die Attraktivität des Pflegeberufes zu steigern, sollen mit rund 500.000  Euro praxisorientierte Fortbildungen zum Beispiel zur Sturzprävention oder Dekubitusprophylaxe gefördert werden.

Die Niedersächsische Sozialministerin stößt zudem einen landesweiten Ideenwettbewerb an. Unter Federführung des Landespflegeausschusses sollen Vorschläge für weitere Modellprojekte gesammelt und später umgesetzt werden. Dafür ist ein Betrag von 1 Million Euro reserviert. Im ersten Projekt dieser Art wird eine neue Kurzzeitpflegeeinrichtung in Hannover unterstützt.

Ross-Luttmann will auch Selbsthilfegruppen, die im Bereich Pflege tätig sind, mit insgesamt 300.000 Euro fördern. Davon sollen sowohl Menschen profitieren, die selbst betroffen sind und einen Angehörigen pflegen, aber auch ehrenamtlich im Bereich Pflege tätige Bürgerinnen und Bürger. Gefördert werden sollen auch regional tätige Selbsthilfeorganisationen und -kontaktstellen, die die Zusammenarbeit der Gruppen vor Ort ermöglichen und sicherstellen sollen.

Nach Einschätzung von Ross-Luttmann sind die landesweit an 270 Standorten existierenden niedrigschwelligen Betreuungsangebote immer noch nicht bekannt genug. Das soll sich mit dem Pflegepaket ändern. Die Ministerin will zum Beispiel Hausärzte verstärkt einbeziehen, Um möglichst viele Betroffene zu erreichen, strebt Ross-Luttmann eine konzertierte Aktion mit den Pflegekassen und der Ärztekammer an. Nicht jeder alte Mensch ist „pflegebedürftig“ im Sinne des Gesetzes, bedarf aber bereits mehr oder weniger intensiver Betreuung und Beaufsichtigung. Diese Versorgung rund um die Uhr sicherzustellen ist für die pflegenden Angehörigen häufig eine große Belastung. Niedrigschwellige Betreuungsangebote nehmen den pflegenden Angehörigen diese Fürsorge zumindest zeitweise ab. Sie sind vorgesehen für Menschen mit demenzieller Erkrankung, psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung, wenn aufgrund der Erkrankung ein erhöhter Bedarf an Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist.

Ross-Luttmann will aber nicht nur Geld ausgeben, sondern auch Kosten sparen. Mit dem voraussichtlich Mitte nächsten Jahres kommenden neuen Heimgesetz soll durch weniger Bürokratie nicht nur Geld gespart, sondern auch der Pflegeberuf attraktiver werden. „Bürokratie überfordert viele Pflegefachkräfte“, sagte die Ministerin.


Mediathek

26. Januar 2012
Allergiefrei durch Leben auf dem Bauernhof

26. Januar 2012
Geburtsort Straßenecke





Suchen Sie den Medizinischen Dienst eines bestimmten Bundeslandes, wählen Sie bitte aus:


» Impressum » Datenschutz » Drucken » © 2011 MDK Niedersachsen » zum Seitenanfang