Hannover, 10. September 2008
Für neue Wege bei der Behandlung und Begleitung sterbender Patienten ist das Palliativzentrum des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg heute (10. September) in Hannover ausgezeichnet worden.
Das Krankenhaus setzt bei der Versorgung schwerstkranker Menschen als erste Klinik in Deutschland überhaupt den so genannten Liverpool Care Pathway (LCP) ein, einen speziell entwickelten Behandlungspfad, mit dem Ärzte und Pflegekräfte den besonderen medizinischen, psychologischen, sozialen und religiösen Bedürfnissen der schwerstkranken Menschen gerecht werden wollen. Der LCP ermöglicht einerseits ein standardisiertes Vorgehen bei der Sterbebegleitung anhand von Checklisten und Therapieempfehlungen, berücksichtigt aber auch die jeweilige individuelle Verfassung des einzelnen Patienten und seinen persönlichen Betreuungsbedarf.
Der Chefarzt der Medizinischen Klinik des Evangelischen Krankenhauses, Dr. Michael Schwarz-Eywill, machte bei der Übergabe des mit 5000 Euro dotierten Preises der QualitätsInitiative des Niedersächsischen Vereins zur Förderung der Qualität im Gesundheitswesen deutlich, dass die Mitarbeiter den Behandlungspfad nicht als starre und einengende Vorgabe ablehnen, sondern als außerordentlich hilfreich ansehen. „Dieses Qualitätsmerkmal ermöglicht es uns, wichtige Therapie- und Betreuungsziele wesentlich erfolgreicher zu gestalten.“
In Deutschland werde der LCP bislang ausschließlich im Krankenhaus angewendet. In Großbritannien, dem Geburtsland des Liverpool Care Parthways, hingegen bestünden bereits Versionen für Pflegeheime, Hospize und den ambulanten Bereich, womit dieser Qualitätsstandard auch eine Brücke zwischen stationärer und ambulanter Betreuung schlage und in vielen Fällen sogar eine gute Betreuung sterbender Patienten zu Haus ermögliche.
Dr. med. Gerd Pommer, Vorsitzender der QualitätsInitiative, verwies auf die zunehmende Bedeutung von Behandlungs- und Versorgungsqualität als Ausdruck der Patientenorientierung, die zugleich Wettbewerbsparameter im Gesundheitswesen ist: „Neue und besondere Ansätze zur Qualitätsverbesserung müssen auch besonders gewürdigt werden. Wir fordern daher, Qualität künftig noch stärker als selbstverständliches Kriterium der Leistungserbringung zu betrachten, sie professionell zu gestalten und nach außen transparent darzulegen.“
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