Hannover, 23. März 2007
Niedersachsen bietet den Kommunen jetzt in einem Projekt bei Verdachtsfällen auf Tuberkulose-Infektionen kostenfrei ein neues Bluttestverfahren an.
Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) möchte den bereits klinisch erprobten Test auf Gamma-Interforon, einer bei Infektionen auftretenden körperlichen Abwehrsubstanz, zum künftigen Standard des öffentlichen Gesundheitswesens in Niedersachsen fortentwickeln. „Wir verfügen mit dem Bluttest im Labor des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes künftig über einen sehr zuverlässigen Diagnosestandard. Mit diesem können die behandelnden Ärzte bei einem positiven Ergebnis von Tuberkulose frühzeitig eine wirksame medikamentöse Therapie einleiten“, erläuterte Ross-Luttmann.
Bei Patienten, die zwar infiziert seien, aber noch keine Krankheitssymptome aufwiesen, könne so ein Ausbruch der bakteriellen Infektionskrankheit besser verhindert werden. Auch die Gefahr, dass Infizierte andere Menschen ansteckten, werde verringert.
Das öffentliche Gesundheitswesen in Niedersachsen werde vor allem mit Blick auf die alarmierende Tuberkulose-Situation in Osteuropa weiterhin sehr wachsam sein, sagte Ross-Luttmann.
In Deutschland und Niedersachsen sei die Zahl von Tuberkuloseerkrankungen in den vergangenen Jahren zwar rückläufig – so erkrankten bundesweit nach Angaben des Robert-Koch-Instituts im Jahr 2006 6,6 Menschen auf 100.000 Einwohner und in Niedersachsen lag diese Zahl bei 5,2. Die WHO verzeichne allerdings weltweit eine jährliche Zunahme von zwei Prozent bei den Erkrankten, so die Ministerin. Vor allem in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und in Afrika seien viele Menschen mit Tuberkulose infiziert oder daran erkrankt.
Hinzu komme, dass dort bei zahlreichen Patienten eine Doppelinfektion von HIV und des Tb-Virus auftrete. Auch beobachte die WHO dort steigende Resistenzen gegen Medikamente.
Ross-Luttmann: „Mit dem neuen Bluttest-Projekt ist dem Land ein wichtiger Schritt zu einer frühen und sicheren Erkennung von Tuberkuloseinfektionen gelungen.“ Mit dieser Diagnostik könnten den Betroffenen weitere aufwendige Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen oder Hauttests erspart werden.
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