(26.09.2003)
Düsseldorf - Demenz nimmt mit steigendem Alter zu: In Deutschland leiden rund 950.000 Menschen an mittelschwerer und schwer ausgeprägter Demenz. Bis zum Jahr 2050 wird aufgrund der demografischen Entwicklung sowie der steigenden Lebenserwartung mit insgesamt über 2 Millionen Demenzkranken gerechnet. Die Reform der Pflegeversicherung soll zu einer deutlich besseren Versorgung auch der Demenzkrankenführen, forderte MDS-Geschäftsführer Dr. Peter Pick auf der Tagung des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.
Hilfebedarf in einem umfassenden Pflegebegriff berücksichtigen
Entscheidend sei, den besonderen Hilfebedarf der Dementen bei der Bemessung der Pflegebedürftigkeit einzubeziehen. Dazu Pick: "Es ist daher dringend erforderlich, den spezifischen Hilfebedarf dieser Personengruppe in einem umfassenderen Pflegebegriff zu berücksichtigen. Nur so kann es gelingen, die begrenzten Mittel der Pflegeversicherung dort einzusetzen, wo sie nachweislich benötigt werden."
Dies trage insbesondere auch zu einer stärkeren Entlastung der pflegenden Angehörigen bei. Auch das Ziel, den Verbleib der Pflegebedürftigen in der eigenen Wohnung so lange es geht zu ermöglichen, könne auf diesem Wege besser erreicht werden. Die im Rürup-Konzept vorgesehene Dynamisierung der Leistungen sei sinnvoll und längst überfällig, so Pick.
Casemanagement einführen
Darüber hinaus sieht der MDS Handlungsbedarf beim Ausbau der Entlastungsangebote für pflegende Angehörige von Demenzkranken, der Erprobung und Etablierung neuer Versorgungsformen, wie etwa Wohngemeinschaften, sowie bei der vernetzten und integrierten Versorgung von Dementen im Rahmen von Disease-Management-Programmen. Auch sei es erforderlich, für eine adäquate Leistungsgestaltung ein aktives Case-Management einzuführen. Dies könnte eine neue Aufgabe für professionell Pflegende werden.
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