(08.11.2006)
HANNOVER. Das Projekt Pro Kind startet jetzt nach einer Pilotphase offiziell in den fünf niedersächsischen Kommunen Braunschweig, Celle, Göttingen, Hannover und Wolfsburg. Am Dienstag (7. November) haben Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann und Prof. Christian Pfeiffer für die Stiftung Pro Kind das Projekt in Hannover vorgestellt. „Das ist ein weiterer Baustein zur Unterstützung von Schwangeren und zum Kinderschutz in Niedersachsen“, sagte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann.
Ziel des Projektes sind die gesundheitliche Prävention bereits während der Schwangerschaft bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes, die Förderung der kindlichen Entwicklung und Erziehungskompetenz sowie die Unterstützung der Mütter bei der Lebensplanung.
Pro Kind richtet sich an erstgebärende Schwangere zwischen der 12. und der 28. Schwangerschaftswoche, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld bekommen und in einer schwierigen Lebenslage sind – vor allem minderjährige Mütter ohne Schulabschluss oder Ausbildung, aber auch (sucht-)kranke Frauen oder solche, die sozial isoliert leben. Die Schwangeren werden von Familienbegleiterinnen – Hebammen und Sozialpädagoginnen – zu Hause besucht, bis das Kind zwei Jahre alt ist.
„Pro Kind bietet durch die Kooperation von Hebammen, Sozialpädagoginnen, Ärzten und Beratungsstellen eine gute Vernetzung von konkreten Hilfen und kompetenter Beratung für Mütter, die alleine überfordert wären“, erläuterten Mechthild Ross-Luttmann und Christian Pfeiffer. Im Projekt werden in der Hauptphase rund 170 Schwangere betreut.
Das Modellprojekt, das auf ein erfolgreiches Programm in den USA aufbaut, wird durch ein Forschungsprojekt begleitet. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen und die Universität Hannover erheben, welche psychosozialen Effekte erreicht werden und erstellen eine Kosten-Nutzen-Analyse sowie eine Implementationsforschung.
Innerhalb einer halbjährigen Pilotphase wurden bereits sieben Frauen in fünf Kommunen betreut. Die ersten beiden Kinder sind gesund auf die Welt gekommen. „Nun geht es darum, dass unser Projekt bekannt wird. Wir setzen darauf, dass alle, die eine erstgebärende Schwangere in einer schwierigen Lebenslage kennen, sie auf Pro Kind aufmerksam machen. Frauenärzte, Hausärzte, Nachbarn, Beratungsstellen – sie alle können Schwangere an uns vermitteln!“, so Prof. Christian Pfeiffer.
Pro Kind wird vom Bundesfamilienministerium, dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, der AOK Niedersachsen, der PSD Bank Braunschweig, der Robert-Bosch-Stiftung, der Klosterkammer Hannover und den beteiligten Kommunen mit 2,6 Millionen Euro finanziert. Die begleitende Forschung wird durch Förderung der TUI Stiftung (vorbehaltlich der Zustimmung des Kuratoriums), der Dürr-Stiftung, der Günter Reimann-Dubbers-Stiftung und des Bundesfamilienministeriums ermöglicht.
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