(19.04.2004)
Die Praxisgebühr beim Arzt können sich Millionen Krankenversicherte bald sparen. Allerdings müssen sie sich im Gegenzug verpflichten, immer zuerst zu einem bestimmten Hausarzt zu gehen. Einige große Krankenkassen kündigten am Wochenende so genannte Hausarztmodelle an.
Allerdings bedeutet das Angebot der Krankenkassen keinen vollständigen Verzicht auf die Praxisgebühr. Erst wenn das Hausarztmodell tatsächlich zu Kosteneinsparungen führt, dann können die Patienten darauf hoffen, die zehn Euro Praxisgebühr pro Quartal im Nachhinein erstattet zu bekommen.
Laut Gesetz muss es sich bei dem Hausarzt um einen besonders qualifizierten Mediziner handeln. Dieser agiert dann als «Lotse» durch das Gesundheitswesen und behält die Übersicht über die Krankenakte seines Patienten. Auf diese Weise sollen unnötige Doppeluntersuchungen und Parallelverordnungen verhindert und Kosten gespart werden. Vor dem Start der Modelle müssen sich die Spitzenverbände von Ärzten und Kassen darauf verständigen, welche Anforderungen die für diese Modelle infrage kommenden Ärzte erfüllen müssen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung betrachtet den Vorstoß der Kassen skeptisch. Es sei nicht sicher, ob es tatsächlich zu Einsparungen komme.
Das Bundesgesundheitsministerium begrüßte die Initiative der Krankenkassen. Ministerin Schmidt hatte stets argumentiert, das „Doktor-Hopping“ von einem Arzt zum anderen müsse unterbunden werden. Außerdem könne der Hausarzt Patienten gezielt beraten. Man habe dieses Modell immer favorisiert, erklärte das Ministerium.
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