Goslar, 16. Oktober 2007
Drei Pflegeeinrichtungen für vorbildliches Engagement in der Hospiz- und Palliativarbeit ausgezeichnet.
Für ihr vorbildliches Engagement in der Hospiz- und Palliativarbeit sind drei Pflegeeinrichtungen sowie drei ehrenamtlich Engagierte an diesem Samstag in Goslar mit dem ersten Hospizpreis Niedersachsen ausgezeichnet worden. Ausgeschrieben wurde die bundesweit bisher einzigartige Auszeichnung von der Hospiz Stiftung Niedersachsen in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit. Der Preis soll künftig alle drei Jahre vergeben werden.
Während einer Benefizveranstaltung in der Kaiserpfalz überreichte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis für Pflegeeinrichtungen an das Alten- und Pflegeheim St. Anna in Twist im Landkreis Emsland. Den zweiten Preis, der mit 2.000 Euro Preisgeld verbunden ist, vergab die Jury an den Amiens Palliativ-Bereich im Seniorencentrum St. Martinshof in Hannover. Der dritte Preis und ein Preisgeld von 1.500 Euro wurde an das Ev. Alters- und Pflegeheim Rosemarie-Nieschlag-Haus in Lehrte vergeben. Alle drei Einrichtungen haben sich nach Ansicht der Jury in außergewöhnlichem Maße für die Weiterentwicklung der hospizlich-palliativen Versorgung eingesetzt.
„Der Tod ist in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Tabuthema, weil das Ende unseres Lebens unter Umständen von Krankheit und Schmerzen begleitet sein kann. Vor allem die von ehrenamtlicher Arbeit geprägte Hospizbewegung und die Fortschritte in der Palliativmedizin ermöglichen es, immer mehr Menschen eine würdige Sterbebegleitung anzubieten“, sagte Sozialministerin Ross-Luttmann. Mit dem vom Land unterstützten Hospizpreis solle ein Anstoß dazu gegeben werden, dass sich noch mehr Menschen den Hospizgedanken zu eigen machen.
Nach Angaben des Vorsitzenden der Hospiz Stiftung Niedersachsen, Ulrich Domdey (Hildesheim), engagieren sich allein in Niedersachsen mehr als 8.000 Frauen und Männer ehrenamtlich in mehr als 120 Hospizinitiativen, -gruppen und -vereinen sowie 14 stationären Hospizen. Etwa 2.500 Ehrenamtliche begleiteten Sterbende und deren Angehörige in der häuslichen Umgebung. Andere setzten sich durch Vorträge und Öffentlichkeitsarbeit für eine „andere Kultur im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer“ in der Gesellschaft ein. „Für diese gesellschaftspolitisch wichtige Arbeit gibt es, anders als für das hauptberufliche Feld, bisher keine institutionelle Finanzierungshilfe“, erläuterte Domdey.
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