Hannover/Berlin, 22. September 2008
Nach der Techniker Krankenkasse und der IKK Direkt planen nun auch die Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH) und die BKK Allianz den Zusammenschluss.
Die neue Krankenkasse soll nach der Fusion „KKH I Allianz“ heißen und im kommenden Jahr gemeinsame Zusatzversicherungen der beiden Kassen anbieten. Die Allianz Private Krankenversicherung wird exklusiver Produktpartner für die private Zusatzversicherung. Die neu ent¬stehende Kasse KKH I Allianz mit künftig mehr als zwei Millionen Versicherten wird als Er¬satzkasse auftreten. Bereits im Januar 2009 soll die Kooperation mit der KKH starten. Die Fusion der beiden gesetzlichen Kassen ist für April 2009 vorgesehen. Mit ihren zwei Millionen Versicherten ist die KKH die viertgrößte bundesweite Krankenkasse in Deutschland; die Betriebskrankenkasse der Allianz (BKK) hat zurzeit rund 100.000 Versicherte.
Der Erfolg einer Kasse wird zunehmend davon abhängen, wie gut sie mit gezielten Angeboten und überzeugendem Service die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden erfüllt“, erläutern Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH, und Vize Rudolf Hauke die Gründe für den Zusammenschluss. „Marktstärke, Verhandlungsmacht gegenüber Leistungserbringern sowie der Verbund mit einem leistungsstarken Kooperationspartner spielen hierbei eine wichtige Rolle. Diese Faktoren werden darüber entscheiden, wer künftig eine führende Rolle am Krankenversicherungsmarkt in Deutschland spielt.“
Am Mittwoch, 17. September 2008, hatten die Techniker Krankenkasse (TK) und die IKK direkt bereits ihre Fusion angekündigt. Mit 7,1 Mio. Versicherten verschmelzen sie 2009 zur größten deutschen Krankenkasse.
Einigung bei der Krankenhausfinanzierung
Im Streit um die Krankenhausfinanzierung sind der Bund und die Länder zu einer Einigung gekommen. Das bestätigte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Freitag und kündigte an, in dieser Woche einen Gesetzentwurf ins Kabinett einzubringen. Die Kliniken in Deutschland sollen um drei Milliarden Euro entlastet werden. "Es war eine Minute vor zwölf, nun aber ist es geschafft", erklärte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die schleswig-holsteinische Ressortchefin Gitta Trauernicht (SPD).
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierten die Pläne. „Wir haben die große Sorge, dass die Länder künftig noch weniger Geld für die Krankenhausinvestitionen zur Verfügung stellen. Die bisherigen Versäumnisse der Länder bei der Finanzierung der Krankenhausinvestitionen müssen nun die Versicherten und die Arbeitgeber über steigende Beiträge bezahlen“, hieß es in einer Presseerklärung des GKV-Spitzenverbandes.
Schmidt kündigte an, dass 50 Prozent der Klinik-Kosten von den Beitragszahlern finanziert werden sollten. Wie sich der Plan auf den künftigen Beitragssatz auswirkt, konnte die Ministerin noch nicht sagen. Sicher sei jedoch, dass das Programm zur Einstellung von 21 000 zusätzlichen Pflegekräften in Krankenhäusern starten könne.
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