Hannover, 15. August 2008

Ein einzigartiges Projekt haben die Traumastiftung und die Johanniter-Unfall-Hilfe ins Leben gerufen: Ab 2010 werden Hubschrauber-Rettungsteams an einem speziellen Simulator ausgebildet.
Der Einsatz von Notfall-Rettungs-Teams im Hubschrauber, wie zum Beispiel dem Christoph 4 an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), erfolgt in einer hochsensiblen Situation: Vibrationen, Rotationsgeräusche und die Enge des Raums stellen eine besondere Herausforderung dar. Jedoch gerade das Team eines Rettungs-Hubschraubers muss perfekt agieren können, denn der Hubschrauber wird in besonders schwerwiegenden Fällen eingesetzt. Für den Ernstfall trainieren kann die Crew nur schwer, da beim Training nicht die gleichen Einfluss-Faktoren vorhanden sind, wie im Ernstfall.
Das Projekt der Traumastiftung in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe und der MHH ermöglicht demnächst eine Ausbildung unter Realitäts-ähnlichen Bedingungen. Die Auszubildenden trainieren in einem Hubschrauber-, bzw. Patientensimulator in einer Simulator-Halle. Dabei wird die Rettungs-Situation mit allen Einfluss-Faktoren nachempfunden. Der Patient wird von einer Puppe dargestellt, die – ähnlich wie ein Roboter – nahezu alle Verletzungen nachahmen kann. Beim Übungs-Einsatz muss die Crew mit denselben Bedingungen wie beim richtigen Hubschrauber-Einsatz zurecht kommen: Der Enge des Raums, den Geräuschen und auch den Bewegungen. Gleichzeitig wird das Training auf Video aufgezeichnet, damit der Einsatz im Anschluss ausgewertet werden kann. „Trainiert werden müssen vor allem die besonders kritischen Fälle. Wenn es auf jede Sekunde ankommt, ist Präzision gefragt“, erklärt Prof. Dr. Christian Krettek, Leiter der Traumastiftung der MHH.
Weil das eine Million teure Projekt unter der Schirmherrschaft vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff aus Spenden finanziert wird, haben sich die Projektträger auch einige prominente Paten gesucht. Neben dem niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann, dem Präsidenten der Region Hannover, Hauke Jagau, und Martin Kindt, Präsident von Hannover 96, unterstützt Klaus Meine, Leadsänger der Scorpions, das Projekt „Christoph Life“. „So ein Unfall kann jedem passieren, deshalb liegt mir das Projekt sehr am Herzen“, sagt der Sänger.
Spätestens im Frühjahr 2010 soll der Simulator seinen Betrieb aufnehmen, bis zu 500 Personen können dann pro Jahr für den Einsatz im Hubschrauber ausgebildet werden. Das Training mit dem „Christoph Life“ soll Crews aus ganz Deutschland zugänglich gemacht werden.
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