Brüssel, 25. November 2008
Bei jeder zehnten medizinischen Behandlung in der Europäischen Union passieren Fehler. Das berichtet die EU-Kommission.
Medizinische Fehler sind eine echte Herausforderung für die europäischen Gesundheitssysteme“, sagte die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou der Tageszeitung Die Welt. "Wir erwarten, dass die Mitgliedstaaten eine Reihe von Empfehlungen umsetzen, um die Sicherheit von Patienten zu verbessern", sagte Vassiliou. "Dazu gehört auch, dass im Falle von medizinischen Behandlungsfehlern Klagen erleichtert werden und eine Entschädigung sichergestellt wird."
Noch in diesem Jahr will die Kommission entsprechende Empfehlungen für die EU-Regierungen vorlegen.
Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), Gerd Billen, forderte der Zeitung zufolge von der Bundesregierung ein "Patientenrechtegesetz", das Rechte und Pflichten zwischen Arzt und Patient klar regelt.
Bis zu 30.000 Behandlungsfehler-Fälle im Jahr werden in Deutschland vom Gericht oder den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung bearbeitet. Am häufigsten werden laut Bundesärztekammer Chirurgen Fehler vorgeworfen. Es folgen Orthopäden, Internisten und Gynäkologen.
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