Halle, 30. September 2008
Bei Labormäusen konnten Forscher aus Halle Alzheimer-Symptome bremsen. Ob sich das Mittel auch bei Menschen erfolgreich einsetzen lässt, wird sich erst in Jahren entscheiden.
Die Probiodrug AG, ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von niedermolekularen Inhibitoren im Bereich entzündlicher und neurodegenerativer Krankheiten, gab gestern in der Zeitschrift Nature Medicine Daten bekannt, die belegen, dass die Blockade des Enzyms Glutaminylzyklase (QC) sich möglicherweise zur Kausalbehandlung der Alzheimerschen Erkrankung eignet.
“Heute verfügbare Behandlungsmöglichkeiten können das Fortschreiten der Alzheimerschen Krankheit nur vorübergehend aufhalten oder verlangsamen“, sagte Hans-Ulrich Demuth, Vorstand der Probiodrug, “und bislang sind alle Bemühungen um eine Kausalbehandlung vergeblich gewesen. Es gibt viele Ansätze, die sich um eine Reduktion der typischen Ablagerungen im Gehirn von Alzheimerpatienten, den Plaques und Filamenten bemühen, aber bisher ist es nicht gelungen, diese Strukturen aufzubrechen oder ihre Entstehung zu verhindern. Es ist an der Zeit, zu überprüfen, ob die Plaques wirklich die kausale Ursache für die Alzheimer-Krankheit sind.“
Probiodrug ist überzeugt, einen ursächlichen Mechanismus entdeckt zu haben, der die Zerstörung und den Abbau von Nervenzellen im Hirn von Alzheimer-Patienten erklärt und damit eine einzigartige Möglichkeit bietet, die Zerstörung von Nervenzellen und die Bildung von Plaques zu stoppen oder von vornherein zu verhindern. Ziel sei es, die Alzheimer-Krankheit möglichst früh zu erkennen, das Krankheitsbild zurückzuhalten und möglichst zu therapieren, sagte Demuth.
Die Labor-Tiere hätten die zum Teil zehn Monate lange Behandlung problemlos überstanden. Außer einer verbesserten Hirnleistung habe sich das Verhalten nicht geändert. Demuth geht davon aus, dass es mindestens sieben Jahre dauern werde, bis aus den bisherigen Forschungen der Wissenschaftler ein Wirkstoff gegen Alzheimer am Menschen getestet werden könne. Wenn alles gut geht, könnten ab 2009 und 2010 auch die vorgeschriebenen klinischen Studien stattfinden, sagte Demuth gegenüber der Sächsischen Zeitung. Und dann – wenn keine Nebenwirkungen auftreten – könnte diese Krankheit ihren Schrecken ganz oder teilweise verlieren.
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