Hannover, 16. Juli 2008

Das in Hannover beheimatete Migranten-AIDS-Projekt (MAP) wird in den kommenden drei Jahren europaweit bis zu 100.000 Menschen mit Migrationshintergrund über AIDS aufklären.
In Gegenwart von Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) unterzeichnete Ramazan Salman vom Ethno-Medizinischen Zentrum (EMZ) in Hannover am 15. Juli 2008 den Fördervertrag. Damit startet das Projekt in 16 Ländern der EU offiziell am 15. Juli dieses Jahres. Zugesichert sind hierfür 838.000 Euro, von denen 500.000 Euro als Zuschuss von der Europäischen Kommission fließen sollen. Sechs Partner (in Brüssel, Istanbul, Kopenhagen, London, Rom und Tallin) werden unter der Leitung des EMZ eigene Mittel einbringen. Weitere zehn Länder sind indirekt beteiligt.
Das Migranten-AIDS-Projekt ist in Niedersachsen bereits Tradition. Seit 1992 fördert das Sozialministerium seine Aktivitäten, die sich mit dem Bedarf weiter entwickelten. Sozialministerin Ross-Luttmann freut sich: "Ein großartiger Erfolg für Niedersachsen. Wir haben mit einer umfassenden Förderung hierfür gerne die Grundlage gelegt. Die Besonderheit ist: Migranten klären Migranten auf, kultursensibel und in ihrer eigenen Sprache. Jetzt wird die Arbeit zum Leitmodell in Europa und der Türkei. Höchste Aufmerksamkeit ist dem Projekt deshalb gewiss."
Ramazan Salman, der Geschäftsführer des Ethno-Medizinischen Zentrums bedankt sich bei der Ministerin für die große Unterstützung ihres Ministeriums „Wir sind besonders stolz darauf, dass ein Niedersächsisches Präventionsmodell nun internationale Verbreitung finden soll und besondere Würdigung erfährt, denn die Weltgesundheitsgesundheitsorganisation hat beschlossen die Begleitforschung für das Projekt zu übernehmen.“
Die Projektleitung hat der Wissenschaftler des Zentrums Dr. Matthias Wienold, der die Hintergründe der Maßnahme beschreibt „Zunehmende Mobilität kennzeichnet das Leben der Menschen in Europa. Auch Migranten sind von AIDS/HIV betroffen. Sie brauchen eine verbesserte Chance zur Aufklärung. AIDS ist immer noch Tabu unter Migranten - Testung und Therapie werden zu selten genutzt."
Zur Homepage des Ethno-Medizinischen Zentrums: http://www.ethno-medizinisches-zentrum.de/
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