Essen/Berlin, 25. Januar 2012
Wer vom Arzt sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) angeboten bekommt, die er selbst zahlen muss, findet seit heute bemi sogenannten IGeL-Monitur eine Entscheidungshilfe.
„Ich habe hier was für Sie – das ist besser als das, was Ihre Krankenkasse übernimmt.“ So oder so ähnlich beginnen unzählige Gespräche in deutschen Arztpraxen, denn der Markt für individuelle Gesundheitsleistungen wächst ständig. Nach Umfrage-Ergebnissen des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen werden derzeit jährlich 1,5 Milliarden Euro damit umgesetzt, jedem vierten gesetzlich Versicherten wurde eine Selbstzahlerleistung angeboten. Was soll der Patient tun, wenn er eine IGeL angeboten bekommt? Dem Arzt als Fachmann vertrauen, oder ihm als Anbieter der Leistung eher misstrauen? Bislang gibt es für Patienten kaum Möglichkeiten, sich wissenschaftlich fundiert zu informieren.
Der „IGeL-Monitor“, den der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) von Januar 2012 an betreibt, möchte dies ändern. Zu diesem Zweck werten Gesundheitsexperten des MDS wissenschaftliche Quellen aus und bereiten die Ergebnisse allgemeinverständlich und transparent auf. So sehen Laien und Fachleute, welche Vor- und Nachteile von einer konkreten IGeL zu erwarten sind, und auf welche Studien und Quellen sich die Bewertungen stützen.
Bisher sind 24 individuelle Gesundheitsleistungen im IGeL-Monitor veröffentlicht, darunter solche, die häufig angeboten werden wie die Glaukom-Früherkennung oder die Akupunktur zur Spannungskopfschmerz-Prophylaxe. Darunter sind auch vier Leistungen, die per se nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen gehören – unabhängig davon, wie sinnvoll und hilfreich diese Maßnahmen unter Umständen sein können. Hierzu gehören etwa die reisemedizinische Vorsorge und der Sport-Check. Versicherte erfahren außerdem, welche Leistung von den gesetzlichen Krankenkassen bei den Beschwerden übernommen wird, für die der Arzt ihnen die IGeL-Leistung anbietet. Außerdem erhalten sie Auskunft über die Preisspanne, zu der eine IGeL angeboten wird und Tipps, wie sie sich im konkreten Fall verhalten können.
http://www.igel-monitor.de/
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