Berlin, 08. Dezember 2009
Die Bundesländer planen, die übrig gebliebenen Schweinegrippe-Impfdosen ins Ausland zu verkaufen. Da viele die Impfung nicht in Anspruch nehmen, werden voraussichtlich größere Vorräte übrig bleiben.
Wie Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) am Montag beim Impfgipfel mit Vertretern der Länder und des Gesundheitssektors in Berlin erklärte, hätten sich bislang gerade einmal fünf Prozent der Bundesbürger impfen lassen. Unter den Ärzten und Pflegekräften seien es auch nur 15 Prozent.
Die Bundesländer planten deshalb, in der letzten Woche des Jahres rund zwei Millionen Impfdosen ins Ausland zu verkaufen, um nicht darauf sitzen zu bleiben. Wohin der Impfstoff geht, ist noch nicht entschieden. Interesse gibt es offenbar in der Ukraine, aber auch Afghanistan ist als möglicher Empfänger im Gespräch. Rösler selbst will für die Länder geeignete Käuferstaaten suchen.
Kommt der Verkauf nicht zustande, müssen die Länder für den Impfstoff Pandemrix aufkommen. Die Krankenkassen haben für die Impfdosen zwar rund 600 Millionen Euro bereitgestellt. Werden diese jedoch nicht verimpft, sind die Länder in der Zahlungspflicht.
Für ganz Deutschland sind 50 Millionen Dosen des Impfserums bestellt, die noch bis Ende März zugeliefert werden sollen. Für Deutschland zeichnet sich jedoch ab, dass die beim Hersteller GlaxoSmithKline fest gebuchten Impfdosen womöglich gar nicht mehr gebraucht werden, da die meisten Bürger auf die Impfung verzichten.
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