London, 09. Januar 2009
Alzheimer-Patienten, die mit Psychopharmaka behandelt werden, sterben früher. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von britischen Ärzten im Fachblatt Lancet Neurology veröffentlicht wurde.
"Es gibt schwere Sicherheitsbedenken, die Medikamente längere Zeit bei dieser Gruppe zu verwenden", schreiben die Forscher. "Ärzte sollten auf jeden Fall versuchen, die Mittel durch sicherere Therapien zu ersetzen."
In einer Langzeitstudie untersuchte das Forscherteam 128 Alzheimerpatienten im Alter zwischen 67 und 100 Jahren. Sie teilten die Probanden in zwei Gruppen auf – eine der beiden Gruppen wurde mit Psychopharmaka behandelt, unter anderem mit Risperidon, einem Medikament, dass unter dem Handelsnamen Risperdal 2007 mit 252 Millionen Euro das umsatzstärkste Medikament in Deutschland war. Die andere Gruppe erhielt ein Placebo. Mit den Jahren verdeutlichte sich das Ergebnis: Nach einem Jahr waren 77 Prozent aus der Placebo-Gruppe noch am Leben, 70 Prozent aus der mit Psychopharmaka behandelten Gruppe verstorben. Nach zwei Jahren betrug das Verhältnis bereits 71 zu 46 Prozent und nach drei Jahren 59 zu 30.
Studien belegen, dass 30 bis 60 Prozent der Alzheimer-Patienten in Europa und Nordamerika, die im Heim oder einer Pflegeeinrichtung leben, mit Psychopharmaka behandelt werden. Die Medikamente führen nachweislich zu einer Linderung der psychischen Symptome.
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