Berlin, 25. März 2009

Vor dem Hintergrund des erwarteten Milliarden-Defizits der gesetzlichen Krankenkassen fordert Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) die Arzneimittelhersteller zu einem Preisstopp auf.
Schmidt rief die Unternehmen dazu auf, dem Vorbild von GlaxoSmithKline zu folgen, sagte sie am Dienstag bei der Vorstellung des dritten Berichts der sogenannten „Task Force Pharma“ in Berlin. Das Unternehmen hatte kürzlich angekündigt, die Preise in diesem Jahr nicht zu erhöhen.
Schmidt wies darauf hin, dass die Pharmaindustrie im Vergleich zu anderen Branchen durch den Gesundheitsfonds relativ stabile Bedingungen erhielte. Die Ministerin wünscht sich deshalb ein Entgegenkommen der Industrie. Es sei nicht zu akzeptieren, dass Hersteller in Deutschland mehr Geld für ihre Präparate erhielten als in vergleichbaren Ländern, in denen diese Präparate von der Erstattung ausgeschlossen seien. „Wir werden die Debatte um faire Preise führen müssen“, sagte Scgmidt.
Der Verband forschender Arzneimittelhersteller reagierte zurückhaltend auf Schmidts Aufruf. «Faktisch bieten die Unternehmen mehr, als ein Preismoratorium leisten könnte», sagte Geschäftsführerin Cornelia Yzer der Deutschen Presse-Agentur dpa. So seien die Arzneimittelpreise seit 2007 um 2,7 Prozent gesunken. Auch für dieses Jahr erwarte die Branche sinkende Preise.
Am Montag hatte der „Spiegel“ über ein mögliches Milliarden-Defizit der gesetzlichen Krankenkassen berichtet. Grund sei die schlechte wirtschaftliche Lage. Das Bundesversicherungsamt (BVA) will Ende April eine seriöse Schätzung über die Einnahmeentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung abgeben.
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