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Schwere Pflegemängel bei Verstorbenen entdeckt

Hamburg, 09. Juli 2009

Viele der untersuchten Toten befanden sich in einem sehr schelchten Pflegezustand.
Viele der untersuchten Toten befanden sich in einem sehr schelchten Pflegezustand.
 

Einer Hamburger Studie zufolge befinden sich viele ältere Menschen in einem schlechten Pflegezustand. Die Rechtsmediziner haben bei den 8.500 Untersuchten schwerwiegende Pflegemängel festgestellt.

Bereits vor zehn Jahren hatte eine Hamburger Studie über den alarmierenden Pflegezustand Verstorbener berichtet. Auch das Ergebnis der neuen Untersuchung weist auf eine schlechte Versorgung hin. Bei jedem achten der über Sechzigjährigen aus Norddeutschland stellten die Mediziner des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf Druckliegestellen (Dekubitus) fest. Bei 3,3 Prozent war der Dekubitus so schwerwiegend, dass die Verletzung bis auf die Knochen vorgedrungen war. Auch bei der Ernährung stellten die Mediziner Mängel fest. So waren 15 Prozent der Verstorbenen untergewichtig, unter den Heimbewohnern sogar jeder Dritte. Zudem wiesen die Leichen Mängel am Gebiss vor – einige hatten gar keine Zähne mehr oder keinen hochwertigen Zahnersatz. Auch bei den Untersuchten, die über eine Magensonde versorgt wurden, wurden Entzündungen entdeckt.
 „Wir müssen noch eine Menge tun“, sagte gestern Klaus Püschel, Leiter der Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). „Die Situation ist sehr bedrückend.“ Die SPD-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg beantragte gestern eine Sondersitzung des Sozialausschusses, um über die Ursachen der beschriebenen Pflegemängel zu beraten.

 


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