Hannover, 29. November 2011
Die Zahl der Pflegebedürftigen hat von 1999 bis 2009 um 16 Prozent auf 2,34 Millionen zugenommen. Das zeigt der aktuelle BARMER GEK Pflegereport, der heute vorgestellt wurde.
"Die Alterung der Gesellschaft führt zu diesem Rekordhoch", betont Landespressesprecher Michael Erdmann. Das gilt auch für Niedersachsen, wo die Zahl im gleichen Zeitraum von 209.300 um 22 Prozent auf insgesamt 256.100 Pflegebedürftige gestiegen ist.
Drei von vier Frauen werden pflegebedürftig Das Risiko ab dem 30. Lebensjahr pflegebedürftig zu werden ist seit dem Jahr 2000 angestiegen: bei Männern von 41 auf 50 Prozent und bei Frauen von 65 auf 72 Prozent. Dabei dauert die durchschnittliche Pflegezeit bei Männern drei Jahre (37 Monate) und bei Frauen vier Jahre (genauer: 51 Monate). "Wir können davon ausgehen, dass die Hälfte der Männer und nahezu drei von vier Frauen Pflegeleistungen in Anspruch nehmen werden müssen", so Erdmann weiter. Der Anstieg sei beträchtlich: Im Jahr 2000 hatte das Risiko für Männer noch bei 41 Prozent und für Frauen bei 65 Prozent gelegen.
58 Prozent der Leistungsempfänger sind dement
Schwerpunktthema des Reports sind die zusätzlichen Betreuungsleistungen nach Paragraf 45b Sozialgesetzbuch XI. Sie richten sich an "Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz" (PEA), vor allem an Demenzkranke. Die Ausgaben stiegen vom 2. Quartal 2002 bis zum 4. Quartal 2010 von 2,4 Millionen auf 65,5 Millionen Euro, was vor allem auf die Fallzahlenentwicklung zurückzuführen ist. 58 Prozent der Leistungsempfänger sind dement.
Drei Milliarden für Demenzkranke
"Deutschlands Pflegeversorgung steht vor enormen Herausforderungen", bemerkt Erdmann. Um die bisherige Leistungshöhe zu halten und gleichzeitig Demenzkranke besser zu betreuen, seien Mehrausgaben von rund drei Milliarden Euro erforderlich. Die geplante Beitragssatzanhebung um 0,1 Prozentpunkte wird nur rund 1,1 Milliarden Euro zusätzlich einbringen. Auch Studienleiter Professor Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen kritisiert: "Die geplanten Leistungsverbesserungen bleiben Stückwerk. Statt vorläufige Sonderregelungen speziell für Demenzkranke einzuführen, brauchen wir eine zügige Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs."
Mediathek
26. Januar 2012
Allergiefrei durch Leben auf dem Bauernhof
26. Januar 2012
Geburtsort Straßenecke
News 
24. April 2012
Qualitätsfortschritte in der Pflege
10. April 2012
Gesundheitsausgaben 2010 auf rund 287 Milliarden Euro gestiegen
27. März 2012
Neuer Pflegebedürftigkeits-Begriff gefordert
Suchen Sie den Medizinischen Dienst eines bestimmten Bundeslandes, wählen Sie bitte aus: