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Stiftung Warentest nimmt Pflegequalität unter die Lupe

Düsseldorf/Berlin, 25. Juni 2009

Pflege am Krankenbett zu Hause. Foto: TKK
Pflege am Krankenbett zu Hause. Foto: TKK
 

Mit Unterstützung des Medizinischen Dienstes (MDK) hat die Stiftung Warentest erstmals die Qualität ambulanter Pflegedienste geprüft.

Die Testkandidaten schnitten überwiegend gut ab. Die Stiftung Warentest überprüfte insgesamt 21 ambulante Pflegeeinrichtungen in Mülheim a. d. Ruhr in Bezug auf ihre Beratungsqualität vor Abschluss eines Pflegevertrages und nutzte zur Beurteilung der Pflegequalität einen Teil der Daten aus den Qualitätsprüfungen des MDK Nordrhein, die im Herbst 2008 durchgeführt wurden. Zur Weitergabe der Daten an die Stiftung Warentest hatten 12 der 21 geprüften Anbieter ihr Einverständnis gegeben.

Bei Pflegeleistungen wie Waschen, Essen oder Ankleiden, aber auch bei Injektionen und Wundbehandlungen überzeugten fünf von 21 Anbietern mit dem Urteil "sehr gut", wie die Zeitschrift "test" in ihrer Juli-Ausgabe berichtet. Fünf Pflegedienste arbeiteten "gut" und jeweils einer wurde mit "befriedigend" und "ausreichend" bewertet. Für die ab Spätsommer geplante bundesweite Veröffentlichung von Qualitätsdaten der Pflegeeinrichtungen ist das Projekt von Stiftung Warentest ein erster Testfall.

„Die MDK-Qualitätsprüfungen zeigen, dass die überwiegende Mehrzahl der 12 Einrichtungen eine gute bis sehr gute Qualität boten“, sagt Wolfgang Machnik, Geschäftsführer des MDK-Nordrhein. Bei den Kriterien, die sich auf die ärztlich verordnete Pflege (die so genannte medizinische Behandlungspflege) bezogen, zeigten die Pflegedienste durchweg eine gute Qualität. Verbesserungsbedarf gab es nach Einschätzung der MDK-Qualitätsprüfer jedoch gelegentlich bei der Vorbeugung gegen Druckgeschwüre (Dekubiti) und ihrer Behandlung, beim Umgang mit gerontopsychiatrisch erkrankten, im wesentlich an Altersdemenz leidenden Personen sowie bei Vorbeugemaßnahmen gegen Gelenkeinsteifungen.
9 von 21 ambulanten Pflegediensten in Mülheim verweigerten ihre Zustimmung zur Veröffentlichung ihrer Qualitätsergebnisse.

Erhebliche Defizite offenbarten sich den Testern zufolge bei der Erstberatung, wo es um den genauen Pflegebedarf, die Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten geht. Nur zwei Anbieter berieten vor Abschluss eines Pflegevertrages "gut", drei waren nur "ausreichend" und der Rest "befriedigend".

Die Medizinischen Dienste haben bislang bereits regelmäßig überprüft, wie gut die Dienste die Pflegebedürftigen versorgen, doch die Ergebnisse bleiben aus rechtlichen Gründen unter Verschluss. Ab Spätsommer werden sie nach und nach im Internet veröffentlicht.


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