Alzey/Mainz, 17. März 2009
Der MDK Rheinland-Pfalz hat im Jahr 2008 307 Qualitätsprüfungen in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz durchgeführt.
Bei insgesamt 825 ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz entspricht dies einer Jahresprüfquote von 37 Prozent. Die mit dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz vorgegebene Verpflichtung, bis zum Ende des Jahres 2010 jede Pflegeeinrichtung mindestens einmal geprüft zu haben, wird in Rheinland-Pfalz erfüllen
können.
Bei den Prüfungen konnte im Jahr 2008 festgestellt werden, dass sowohl die ambulanten Pflegedienste als auch die stationären Pflegeheime die Anforderungen hinsichtlich ihrer strukturellen Ausstattung in der Regel erfüllten. Nur in Ausnahmefällen kam es vor, dass zum Beispiel eine Rufanlage defekt war oder Wohnungsschlüssel nicht vor unbefugtem Zugriff geschützt wurden. Auch ein qualifikationsgerechter Personaleinsatz wurde meist sichergestellt.
Druckgeschwüre weiter problematisch
Lediglich in 14 Prozent der Pflegeheime und bei 11 Prozent der ambulanten Pflegedienste wurden noch Hilfskräfte für nur Pflegefachkräften erlaubte behandlungspflegerische Maßnahmen eingesetzt. Die Pflegedienstleitungen waren in der Regel für ihre Aufgaben qualifiziert (94 Prozent) und auch für ihre Leitungsaufgaben in ausreichendem Umfang freigestellt. Schlechter stellt sich das Ergebnis dar sowohl bei den direkt auf die pflegerische Versorgungsqualität einwirkenden Faktoren wie Planung der Pflege und qualitätssichernde Maßnahmen als auch beider Pflegequalität selbst. Insbesondere bei der Versorgung und Vermeidung von Druckgeschwüren mussten in mehr als der Hälfte der geprüften Pflegeeinrichtungen bei mindestens einem betreuten Pflegebedürftigen gravierende Defizite festgestellt werden.
Landespflegeausschuss setzt Arbeitsgruppe ein
Gerade in dem Bereich der pflegerischen Versorgungsqualität sind zudem gegenüber den Vorjahren keine tatsächlichen Verbesserungen zu verzeichnen. Der Landespflegeausschuss plädiert dafür, dass in Zukunft verstärkt qualifizierte Fortbildungen wahrgenommen werden und ein Schwerpunkt auf die Gewinnung von qualifiziertem Personal gelegt wird. „Der Landespflegeausschuss hat bereits in den Jahren zuvor Maßnahmen zur Verbesserung der pflegerischen Versorgung in Rheinland-Pfalz eingeleitet. Diese müssen konsequent weitergeführt und möglicherweise auch intensiviert werden“, so Walter Bockemühl, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland-Pfalz und alternierender Vorsitzender des Landespflegeausschusses Rheinland-Pfalz. Für den Landespflegeausschuss war dies Anlass, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die eine landesweite Initiative zur Vermeidung und zur Behandlung von Druckgeschwüren vorbereitet.
Eine detaillierte Übersicht finden Sie im Download.
| » Qualitätsprüfungen 2008 (0,09 MB) | ||
| Zusammenfassung mit Grafiken des Pflege-Qualitätsberichts des MDK Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2008. Veröffentlicht am: 17. März 2009 |
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