Washington D.C., 06. März 2009
Präsident Obama begrüßte gestern über 150 Teilnehmer des Gesundheitsgipfels im Weißen Haus in Washington.
Kongressabgeordnete, Gewerkschaftsvertreter, aber auch Ärzte, Krankenhaus- und Krankenversicherungsvertreter sowie Mitglieder von Verbraucherschutzgruppen diskutierten die unterschiedlichsten Vorschläge, um das marode Gesundheitssystem der USA zu verbessern.
Über 46 Millionen Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt, dass das US-System mit unglaublichen 2,4 Billionen Dollar jährlich das teuerste der Welt ist. Mit steigender Tendenz.
„Diejenigen, die eine Reform verhindern wollen, werden dieses Mal nicht siegen“ betonte Präsident Obama. Er versprach, die Kosten des Gesundheitssystems zu reduzieren und den Versicherungsschutz auf alle Amerikaner auszuweiten.
Edward M. Kennedy, Senator aus Massachusetts und langjähriger Verfechter einer Überarbeitung des US-Gesundheitssystems, erhielt großen Applaus, als er als einer der ersten Redner betonte, „ich freue mich, diese Reform als ‚Fußsoldat’ voranzutreiben, und dieses Mal mit Erfolg“. Spezielle Interessen und die starke Lobby der Pharmaindustrie haben bislang jede Verbesserung des Gesundheitssystems geblockt, so Präsident Obama. Aber damit müsse jetzt Schluss sein. Sowohl Republikaner wie Demokraten sind sich einig, dass großer Handlungsbedarf besteht. Konkrete Maßnahmen müssen nun diskutiert und konkretisiert werden. Welche Rolle die Regierung im Gesundheitssystem spielen sollte, ist die wohl umstrittenste Frage. „Jeder von uns muss akzeptieren, dass nicht jeder alles durchsetzen wird, was er möchte und dass kein Vorschlag zur Reform perfekt sein wird“, sagte der US-Präsident. „Dieses Mal“, so der Präsident, „gibt es keine Diskussion darüber, ob jeder Amerikaner eine gute, bezahlbare Krankenversicherung haben sollte. Dieses Mal ist die einzige Frage nur: Wie?“
Obama ließ keinen Zweifel daran, dass „ein Bezwingen der Gesundheitskosten essentiell ist, um die Nation aus der wirtschaftlichen Krise zu ziehen, und die öffentlichen Finanzen auf einen nachhaltig tragbaren Kurs zu führen.“
Bettina Garber, New York
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