Berlin, 03. Februar 2009
Gesundheitsexperten fordern eine umfassende Impf-Kampagne gegen Masern. Der Grund dafür sind die in jüngster Zeit häufiger gewordenen Virus-Infektionen in Deutschland.
Ohne eine bundesweite Aktion an den Schulen könne das erklärte Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht erreicht werden, die Masern bis 2010 in Europa auszurotten, heißt es im «Bulletin» der WHO. Die Zahl der Infektionen hat sich im vergangen Jahr im Vergleich zu 2007 mit 915 Fällen fast verdoppelt, nachdem sie zuvor stark abgenommen hatte. Deutschland zähle damit weiterhin zu den Hauptmasern- Exporteuren Europas, berichtet die „Ärzte-Zeitung“.
In Deutschland werden nach wie vor zu wenige Kinder gegen Masern geimpft, berichtet die WHO. Das führte dazu, dass vor allem ältere Kinder in jüngster Vergangenheit von der Krankheit betroffen waren. Europaweit müsse die Impfrate bei 95 Prozent liegen, um eine Epidemie zu verhindern. In Deutschland seien zwischen 1996 und 2003 allerdings nur 70 Prozent der Kinder geimpft worden, wie die britische Fachzeitschrift "The Lancet" berichtete.
Die Wissenschaftler fordern rasche und bundesweite Impfkampagnen an Schulen, die vor allem auf die Zehn- bis 14-jährigen abzielen sollten.
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