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Patienten werden nicht immer nach Leitlinien behandelt

Hannover, 25. November 2009

Ärzte halten sich bei der Behandlung nicht immer an die Leitlinien. Das ergibt eine Untersuchung der KKH-Allianz.
Ärzte halten sich bei der Behandlung nicht immer an die Leitlinien. Das ergibt eine Untersuchung der KKH-Allianz.
 

Nach Auswertungen der KKH-Allianz wird ein Großteil der Patienten nicht nach den anerkannten medizinischen Leitlinien behandelt. Bei Migräne beispielsweise sind das drei von vier Betroffenen.

„Das führt zu einem unnötig langen Leidensweg vieler Patienten und treibt Kosten sinnlos in die Höhe“, so Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz. Studien des jüngst ausgezeichneten Westdeutschen Kopfschmerzzentrums in Essen belegen, dass der Leidensweg der Patienten bei adäquater Behandlung auf die Hälfte verkürzt werden könne. In Zahlen bedeutet dies konkret: über eine Milliarde Euro Einsparpotenzial und 50 Prozent weniger Krankheitstage allein im Fall Migräne. Deshalb fordert der Kassenchef: „Es ist notwendig, Fachwissen über einzelne Krankheitsbilder besser zu bündeln.“

Dies könne am besten in so genannten Schwerpunktpraxen geschehen, in denen sich Spezialisten fachübergreifend und ganz gezielt mit einzelnen Krankheiten wie Migräne, Rheuma oder Diabetes befassen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels müsse mit der Zunahme bestimmter Krankheiten gerechnet werden. „Deutschland braucht mehr Spezialisten für die Krankheiten von morgen“, so Kailuweit. Schätzungen zufolge sind in den vergangenen neun Jahren beispielsweise 78 Prozent mehr Menschen an Diabetes erkrankt. Bis zum Jahr 2025 wird ein weiterer Anstieg um 50 Prozent erwartet. „Es liegt auf der Hand, dass ein Diabetologe mit großem Erfahrungsschatz die Krankheit besser behandeln kann als ein Allgemeinmediziner, für den Diabetes nur ein Krankheitsbild unter vielen anderen ist.“

 


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