Hannover, 22. Juli 2011
Die Krebsfrüherkennung wird in Niedersachsen nicht nur viel zu wenig genutzt, sie ist sogar rückläufig. Das berichtet die Techniker Krankenkasse laut einer aktuellen Auswertung.
Danach lag der Rückgang gegenüber 2009 bei den Männern bei sieben Prozent und bei den Frauen bei sechs Prozent. Damit haben im Jahr 2010 gerade mal 56 Prozent der Frauen und nur 26 Prozent der Männer die Chance auf eine Krebsvorsorgeuntersuchung genutzt.
Im Ländervergleich sieht es auch nicht gut aus: Das anscheinend so gute Ergebnis der Frauen in Niedersachsen relativiert sich. Sie landen nur auf dem fünftletzten Platz. Obwohl nur jeder vierte Mann in Niedersachsen die Früherkennung nutzt, schaffen sie es im bundesweiten Vergleich immerhin ins Mittelfeld.
Mögliche Gründe für das Desinteresse liefert eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der TK. Demnach gehen 63 Prozent der Norddeutschen nur zum Arzt, wenn sie wirklich krank sind. 42 Prozent gaben an, nicht zu wissen, auf welche Untersuchung sie einen Anspruch haben. Ein Drittel der Befragten meidet die Untersuchung, weil sie ihnen unangenehm ist und jeder Vierte, weil er sich nicht mit dem Thema Krebs oder anderen schlimmen Erkrankungen auseinandersetzen will.
Jährlich erkranken weit mehr als 40.000 Menschen in Niedersachsen neu an einem bösartigen Tumor - rund 21.000 Niedersachsen sterben jedes Jahr an Krebs. Häufigste Krebsneuerkrankung bei den Frauen ist der Brustkrebs (rund ein Drittel der Fälle) und bei den Männern der Prostatakrebs (mehr als ein Viertel der Fälle). "Der Krebs-Check ist besonders in den Bereichen empfehlenswert, in denen eine hohe Zahl an Neuerkrankung vorherrscht", erklärt Voermans. "Je früher eine Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Das geringe Gesundheitsbewusstsein der Niedersachsen steht dieser Tatsache entgegen."
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