Mannheim , 06. Oktober 2009
Ältere Krebspatienten sind laut Deutscher Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie nicht ausreichend versorgt.
Bei ihrer Jahrestagung in Mannheim warnte die Gesellschaft vor einer zunehmenden Unter- und Fehlversorgung besonders älterer Krebskranker. Ihre besonderen Bedürfnisse würden immer noch zu wenig beachtet, kritisierte die Gesellschaft bei ihrer Jahrestagung in Mannheim.
Vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung erwarten die Mediziner eine Zunahme der Krebspatienten und somit einen deutlichen Kostenanstieg, den der Fortschritt der medikamentösen Tumortherapie noch verstärken werde. «Um diesen Kostendruck bewältigen zu können, muss die Behandlung in Händen von Experten liegen, genau dokumentiert werden und transparent sein», forderte Friedrich Overkamp vom DGHO-Vorstand anlässlich der Tagung.
TK-Studie: Männer sind Vorsorge-Muffel
Vorraussetzung für eine ausreichende Versorgung ist zunächst die Feststellung der Krankheit bei der Vorsorgeuntersuchung. Diese nehmen jedoch besonders Männer nicht gerne in Anspruch, zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) auf. Danach geht nur jeder vierte Mann zur jährlichen Krebs-Früherkennung. Dagegen lassen sich immerhin sechs von zehn Frauen regelmäßig durchchecken. Die Umfrage ist den Ausreden der – männlichen wie weiblichen – Vorsorgemuffel auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: Sechs von zehn Befragten gaben an, dass sie nur zum Arzt gehen, wenn sie wirklich krank sind. Jeder Fünfte sagt sogar: "Früherkennung betrifft mich nicht – ich bin doch gesund!"
Ein weiterer Grund der Vorsorgemuffel: Ihnen sind die Untersuchungen einfach unangenehm. Das sagten vier von zehn Befragten. Jeder vierte Mann und jede sechste Frau gaben zudem an, dass ihnen die Zeit fehlt, sich um das Thema zu kümmern.
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