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Weltkrebstag: Männer immer noch Früherkennungsmuffel

Berlin, 04. Februar 2009

Computer-Tomographie im Krankenhaus
Computer-Tomographie im Krankenhaus
 

Am Mittwoch ist Weltkrebstag. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt rief zu mehr  Krebsfrüherkennung auf.

Besonders Männer nutzen das Angebot noch zu wenig, sagte die SPD-Politikerin. Während fast jede zweite Frau Früherkennung in Anspruch nimmt, nutzt diese nur etwa jeder fünfte Mann.

Im Europäischen Vergleich stehen die Deutschen nach Angaben Schmidts aber gut da. Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen für Darm-, Brust- und Gebärmutterhalskrebs gehören in Deutschland zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Darüber hinaus können seit Juli 2008 gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre an einem Hautkrebsscreening teilnehmen.

Im Juni 2009 wird die erste Nationale Krebskonferenz stattfinden. Dort sollen Maßnahmen und Empfehlungen im Rahmen eines Nationalen Krebsplans vorgestellt werden.
Im vergangenen Jahr hatte das Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tumorzentren einen Nationalen Krebsplan auf den Weg gebracht.

Übergewicht erhöht das Krebsrisiko
 
Mehr als jeder zweite Deutsche ist zu dick. Zu diesem Ergebnis kamen verschiedene Studien in den letzten Jahren. Jeder fünfte Bundesbürger sei sogar adipös und hat einen BMI von über 30. Die Adipositashäufigkeit (Fettleibigkeit) junger Erwachsener hat sich in den letzten 10 Jahren nahezu verdoppelt, meldet die Deutsche Krebsgesellschaft. Nur ein Drittel aller Männer und die Hälfte aller Frauen sind in Deutschland normalgewichtig, fassen der Gesundheitsbericht des Bundes und die Nationale Verzehrstudie II zusammen. Besonders erschreckend: Rund 800.000 der 1,9 Millionen (!) übergewichtigen Kinder zwischen 3 und 17 Jahren sind sogar adipös. „Die Verdopplung in den letzten zehn Jahren ist wirklich Besorgnis erregend, verfügen wir doch schon länger über gesicherte Daten und das Wissen, dass Übergewicht nicht nur Herz-, Kreislauferkrankungen und Diabetes begünstigt, sondern es einen nicht unwesentlichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebsentstehung gibt“, erklärt Prof. Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

Übergewichtige haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Nieren-, Speiseröhren-, Brust-, Dickdarm- und Gebärmutterkrebs zu erkranken. Dies zeigt die weltweit größte Ernährungsstudie EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition). Experten schätzen, dass etwa 20 bis 40 Prozent aller Krebsfälle auf Übergewicht und falsche Ernährung zurückgeführt werden.

Um weltweit die Menschen auf die Folgen von Übergewicht aufmerksam zu machen, hat die Weltkrebsorganisation (UICC) den diesjährigen Weltkrebstag unter das Motto: „Übergewicht erhöht das Krebsrisiko – achten Sie deshalb auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung ihrer Kinder!“ (Overweight or obesity can lead to cancer. Encourage kids to balance food and drink choices with physical activity) gestellt.

Laut Studie des Bundesverbraucherministeriums sind vor allem ältere Menschen von schwerem Übergewicht betroffen: Fast jeder dritte Teilnehmer über 60 ist adipös. Aber auch bei den jüngsten Teilnehmern haben die Wissenschaftler Adipositas festgestellt: 7 bis 11 Prozent der 14- bis 17-Jährigen sind schwer übergewichtig. „Genau hier setzt die Welt-Krebs-Kampagne an: jungen Menschen einen gesunden Lebensstil vermitteln, um möglichst lange gesund zu bleiben“, so Hohenberger. Die Deutsche Krebsgesellschaft als Mitglied der UICC unterstützt die Kampagne und hofft, mehr Menschen zu gesunder Lebensweise motivieren zu können.

Die International Union Against Cancer und ihre Mitgliedsorganisationen begehen in jedem Jahr den Weltkrebstag. Die diesjährige Kampagne, die auf Eltern, Experten des Gesundheitswesens und politische Entscheidungsträger abzielt, hat seit letztem Jahr ein übergreifendes Thema: die Förderung gesunder Gewohnheiten bei Kindern. Dies kann nachweislich zur Verhinderung von Krebs zu einem späteren Zeitpunkt im Leben beitragen. Die UICC ist eine globale Ressource für Aktivitäten mit mehr als 300 Mitgliedorganisationen in Afrika, in Nord-, Mittel- und Südamerika, im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa und im Nahen Osten.


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