Berlin, 26. August 2009
Aufgrund des Demografiewandels werden die altersbedingten Krankheiten in den kommenden Jahren drastisch zunehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Gesundheits-Systemforschung.
Bis 2050 werde sich die Zahl der jährlichen Demenzerkrankungen von zurzeit knapp 300.000 auf 600.000 erhöhen. Auch Lungenentzündungen, Augenkrankheiten, Herzinfarkte und Schlaganfälle werden häufiger. Laut der IGSF-Prognose werden in 40 Jahren auch jeder Vierte von Gelenkverschleiß, 18 Prozent von Rückenschmerzen und 16 Prozent der Gesamtbevölkerung von Schwerhörigkeit betroffen sein.
„Das sind klassische Begleiterscheinungen des Alters“, erklärt IGSF-Direktor Fritz Beske. Im Jahr 2050 werde mehr als die Hälfte aller Deutschen an Bluthochdruck leiden, heute sind es 42 Prozent.
„Alterung und Zunahme von Krankheiten werden das Gesundheitssystem vor finanzielle und personelle Schwierigkeiten stellen“, betonte Beske. Bedingt durch den demografischen Wandel kommen nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2050 auf einen Rentner nur noch 1,6 erwerbsfähige Menschen. Heute liegt der sogenannte Altenquotient bei eins zu drei. Das werde die Finanzierung der steigenden Ausgaben erschweren, sagte der IGSF-Direktor. Gleichzeitig gebe es durch den Bevölkerungsschwund weniger qualifiziertes Personal zur Pflege der Alten. Brandenburg sei von diesen Veränderungen wegen der langjährigen Abwanderung junger Menschen besonders stark betroffen. Nach IGSF-Angaben treten dort die für Gesamtdeutschland erstellten Vorhersagen bereits 2030 ein.
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