Berlin, 07. Juli 2009

Jede fünfte deutsche Klinik ist wirtschaftlich gesehen ernsthaft krank. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Wirtschafts-Prüfungsgesellschaft KPMG.
Vor allem überdurchschnittlich viele Kliniken in öffentlicher Trägerschaft und Krankenhäuser in den alten Bundesländern müssen sich mittelfristig ernsthaft Sorgen um ihre Existenz machen. Dieser Einschätzung liegen Daten von 263 Kliniken mit jeweils mindestens 300 Betten zugrunde.
Für jedes Krankenhaus wurden Indikatoren wie Umsatzrentabilität, Bettenauslastung, Material- und Personalaufwandsquote oder Anlagenabnutzungsgrad erfasst und mit dem Branchenschnitt verglichen. Ergebnis: Rund 18 Prozent der Krankenhäuser liegen in allen Bereichen mindestens im Durchschnitt oder sogar besser als ihre Wettbewerber. Solche Häuser setzen Branchenstandards und können sich darauf konzentrieren, ihre führende Position auszubauen.
Jedes fünfte Krankenhaus schneidet in den meisten oder fast allen Bereichen deutlich schlechter ab als der Branchendurchschnitt und ist deshalb nicht mehr ausreichend gut im Wettbewerb positioniert oder mittelfristig ernsthaft bestandsgefährdet (21,3 Prozent). Prof. Dr. Volker Penter: "Schaffen es diese Häuser nicht, sich in den relevanten Bereichen deutlich zu verbessern, steht mittel- bis langfristig ihre Existenz auf dem Spiel."
Betrachtet man die analysierten Fälle nach Trägerschaft, Region und Größe, lassen sich zum Teil deutliche Unterschiede in der wirtschaftlichen Beurteilung der Häuser ausmachen. So sind fast ein Drittel der Krankenhäuser unter öffentlicher Trägerschaft mittel- oder langfristig in ihrer Existenz bedroht, wenn sie weiter wirtschaften wie bisher (29,8 Prozent). Und während in den neuen Bundesländern nur 7,5 Prozent der analysierten Krankenhäuser mittelfristig bestandsgefährdet sind, ist es in den alten Bundesländern jedes vierte (25 Prozent). Alles in allem schneiden mittelgroße Krankenhäuser (300 bis 800 Betten) in der Regel besser ab: In dieser Gruppe muss sich jedes sechste Haus Sorgen um seine Zukunft machen, bei den großen sind es deutlich mehr.
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