Berlin, 01. Februar 2012
Bei jedem dritten Kind im Vorschulalter wird mittlerweile eine Sprachentwicklungsstörung festgestellt. Das berichtet der Barmer GEK Arztreport 2012. Bundesweit liegt der Anteil bei 10,3 Prozent.
Insgesamt sind innerhalb eines Jahres 1,12 Millionen Kinder zwischen 0 und 14 Jahren betroffen. Dabei fallen die Diagnoseraten bei Jungen durchgängig höher aus: Im sechsten Lebensjahr kommen sie auf einen Anteil von rund 38 Prozent, Mädchen auf 30 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Behandlung: 20 Prozent aller fünfjährigen Jungen erhalten eine Logopädie-Verordnung, dagegen nur 14 Prozent der gleichaltrigen Mädchen.
Bis einschließlich dem sechsten Lebensjahr haben jährlich mindestens 89 Prozent der Kinder ambulanten Kontakt zu einem Kinderarzt. Insgesamt liegt die Inanspruchnahme von Ärzten (Haus-, Kinder- und Fachärzte) in den ersten sechs Lebensjahren sogar bei 98 Prozent.
U-Untersuchungen kommen an
Der Anteil an Kindern ohne Kontakt zum Kinderarzt liegt in Bremen bei nur drei Prozent, in Berlin und Hamburg bei fünf Prozent. Flächenbundesländer wie Bayern oder Niedersachsen kommen dagegen auf zehn bzw. elf Prozent – und Mecklenburg-Vorpommern sogar auf rund 16 Prozent.
Krankheitsspektrum erweitert sich
Die klassischen Kinderkrankheiten wie Windpocken, Scharlach oder Röteln sind offenbar im Griff, das Krankheitsspektrum wird aber erweitert durch Sprachentwicklungsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Gleichzeitig fällt auf, dass Jungen von diesen Diagnosen überdurchschnittlich betroffen sind: So geht mittlerweile jeder zehnte neunjährige Junge zum Neurologen oder Psychiater (9,6 Prozent). 60 Prozent davon mit der Diagnose ADHS. Zum Vergleich: Bei den neunjährigen Mädchen sind es sechs Prozent, davon rund 40 Prozent mit ADHS-Diagnose.
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