Berlin, 19. Januar 2010

Die Kassenärzte verlangen einen Umbau der Praxisgebühr. Die Patienten sollten an den Behandlungskosten beteiligt werden und einen Prozentsatz statt eines Festbetrages zahlen, berichtet die FAZ.
Das bisherige Verfahren, bei dem der Patient einmal im Quartal zehn Euro in der Arzt- sowie in der Zahnarztpraxis zahlt, habe sich nicht bewährt, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es gebe zu viele Ausnahmen, die erwünschte Steuerungswirkung der Gebühr werde verfehlt.
„Es wäre sinnvoller, wenn der Patient mit einem noch festzulegenden Prozentsatz an den Behandlungskosten beteiligt würde, den die Krankenkasse dann bei jedem Mitglied einzieht“, sagte Köhler. Dann müsse der Patient vom Arzt auch eine Rechnung über die Behandlungskosten bekommen, damit er die Rechnung nachvollziehen könne.
Das fördere die Transparenz und werde helfen, Fehler zu vermeiden. Mit dem Verfahren würden die Praxen von der leidigen Aufgabe befreit, das Geld von den Patienten einzuziehen.
Laut KBV funktioniere das jedoch sehr gut. Nur ein verschwindend geringer Teil der Versicherten weigere sich, die vor sechs Jahren eingeführte Gebühr zu zahlen. Laut Köhler sind bis zu 48 Prozent der Krankenversicherten von der Praxisgebühr befreit, weil sie den Höchstsatz für Zuzahlungen überschritten haben oder weil sie in ein Behandlungsprogramm der Hausärzte oder für chronisch Kranke eingeschrieben sind, wofür die Gebühr erlassen wird.
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