Hannover, 25. Juni 2010
Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan setzt sich für eine bessere hausärztliche Versorgung ein. „Wir haben bereits einiges in Bewegung gesetzt.“
Die Förderung der Niederlassung von Hausärzten war Thema beim Presseabend der Landespressekonferenz gestern in Hannover. „Die Menschen in Niedersachsen sollen auch zukünftig bestmöglich und wohnortnah medizinisch versorgt werden. Das geht nicht ohne Hausärzte“, sagte Sozialministerin Özkan. Laut Prognosen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) könnten 2020 rund 1000 Hausärzte in Niedersachsen fehlen.
Neu ist die Förderung von Ärzten im Praktischen Jahr. Ab Herbst 2010 fördert das Land angehende Ärzte, die sich im Praktischen Jahr für das Wahlfach Allgemeinmedizin (16 Wochen = 1 Tertial) entscheiden. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration stellt zu diesem Zweck für die Jahre 2010, 2011 und 2012 jeweils 96.000 Euro pro Jahr (288.0000 Euro insgesamt) bereit. Mit diesem Geld sollen PJ-Studenten der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universitätsmedizin Göttingen finanziell unterstützt werden, die ihr PJ-Tertial in der Praxis eines in Niedersachsen zugelassenen Hausarztes absolvieren.
Die Förderung fällt je nach hausärztlichem Versorgungsgrad unterschiedlich aus. Liegt die Praxis, in der der angehende Arzt sein Wahlfach absolviert, in einem Planungsbereich in dem der Versorgungsgrad bei den Hausärzten bei 95 Prozent oder höher liegt, erhält er monatlich 400 Euro (für das 16-wöchige Tertial also 1600 Euro). Liegt die Praxis in einem Planungsbereich, in dem der hausärztliche Versorgungsgrad niedriger liegt, erhält der Absolvent 600 Euro monatlich (also 2400 Euro insgesamt).
Mit den zur Verfügung stehenden Landesmitteln können 40 bis 60 PJ-Studenten pro Jahr gefördert werden. Bislang entscheiden sich rund 20 PJler jährlich für das Wahlfach Allgemeinmedizin. Diese Zahl soll stabilisiert und gesteigert werden. Die MHH hat nach eigener Einschätzung Ausbildungskapazitäten von bis zu 40 Stellen, die UMG bis zu 20 Stellen.“
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