Berlin, 16. März 2009

Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung meldet, ist die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte so gut wie politisch gescheitert. Damit stünde ein wichtiges Gesundheitsprojekt vor dem Ende.
Nach dem Bericht der Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) in der Montagsausgabe, steigt der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) aus der Finanzierung aus. Solange eine Verpflichtung der Ärzte zur Teilnahme an der Online-Vernetzung nicht in Sicht ist, sei der Verband nicht bereit, die Einführung der Karte zu unterstützen. Laut der Zeitung hält die Ärzteschaft an einer freiwilligen Teilnahme am Datenverbund des gesamten Gesundheitswesens im späteren Routinebetrieb fest. Der PKV-Verband sieht zudem sowohl die Kosten als auch die Funktion der Kartenlesegeräte kritisch. Ein Kassenexperte sagte gegenüber der HAZ: „Die e-Karte ist politisch tot.“ Experten rechnen nicht mehr mit Bewegung im Kartenstreit vor der Bundestagswahl.
Bereits 2003 hatte die Rot-Grüne Koalition die Einführung einer neuen Chipkarte für die rund 80 Millionen Versicherten angekündigt, auf der erstmals auch Rezepte sowie Patienten- und Notfalldaten gespeichert sein sollten. Geplanter Starttermin: 2006. Doch der Termin wurde immer wieder verschoben. Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und Gesundheitsministerium stritten jahrelang über Datenschutz, Finanzierung und technische Details. Ende des Jahres sollen die ersten regulären neuen Chipkarten ausgegeben werden – allerdings in einer abgespeckten Version.
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