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Gesundheitsfonds: Testärzte verschlüsseln Diagnosen unterschiedlich

München, 11. Februar 2009

Dateneingabe in einer Arztpraxis
Dateneingabe in einer Arztpraxis
 

Wie aus einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” hervorgeht ist eine Kodierhilfe für Diagnosen zum Gesundheitsfonds geplant.

Das Bundesversicherungsamt (BVA) will Zeitungsberichten zufolge Änderungen am Gesundheitsfonds durchsetzen, womit Fehldiagnosen unterbunden werden sollen. Ab Sommer 2009 soll Ärzten eine  Kodierhilfe zur Verfügung stehen, die es ihnen einfacher macht bei gleichen Diagnosen zu einer einheitlichen Kodierung für den Morbiditätsorientierten Risikoausgleich (RSA) zu kommen.

Dass es um die Kodierqualität nicht gut bestellt ist, zeigt eine Studie der Universität Leipzig. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, stellten 209 Ärzte aus Thüringen und Sachsen für die Studie anonymisierte Daten von 8877 chronisch kranken Patienten zur Verfügung. Jeder dieser Fälle wurde von zwei geschulten Medizinern nach den Vorgaben der ICD-10 verschlüsselt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Je präziser die Kodierung erfolgte, desto weiter wichen die Tester voneinander ab. Lediglich bei einer groben Diagnoseeinteilung gab es ein zufriedenes Maß an Übereinstimmung. Wurde eine detaillierte Verschlüsselung der Krankheiten verlangt, kamen die Testärzte in weniger als zehn Prozent der Fälle zu einer übereinstimmenden Kodierung.

Mit dem Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) hat der Gesetzgeber das Finanzierungssystem der Gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich umgestaltet, indem er den Gesundheitsfonds eingeführt hat. Der Gesetzgeber hat mit der Einführung des Gesundheitsfonds auch die Morbiditätsorientierung im Risikostrukturausgleich beschlossen.

Die Morbidität wird anhand von Diagnosen (Entlassungsdiagnosen aus dem Krankenhaus, Diagnosen bei der Behandlung durch niedergelassene Ärzte) sowie verordneten Arzneimitteln festgemacht. Einem politischen Kompromiss in der großen Koalition entsprechend, bezieht sich die Morbiditätsorientierung allerdings nicht auf sämtliche Erkrankungen, sondern auf 80 chronische, ausgabenintensive Erkrankungen.


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