Hannover , 17. Februar 2010
BARMER GEK-Chefin, Dunja Kleis, zeigt sich nachdenklich über die Äußerungen des Bundesgesundheitsministers, Krankenhausrechnungen weniger prüfen lassen zu wollen.
„Wir haben kein Geld zu verschenken“, so die Landesgeschäftsführerin Niedersachsen und Bremen, Dunja Kleis. „Die Zahlen sprechen für sich: Wir prüfen ungefähr jede zehnte Krankenhausabrechnung. Davon ist jede zweite fehlerhaft“. Allein 2009 konnte sich die BARMER in Niedersachsen und Bremen durch ihre Stichproben über 12 Millionen Euro zurückholen, die von Krankenhäusern zuviel in Rechnung gestellt wurden. Das macht rund drei Prozent der jährlichen Krankenhausausgaben aus.
Weniger Bürokratie sei zu begrüßen, es gelte, das System partnerschaftlich weiterzuentwickeln. „Das Abrechnungssystem im Krankenhaus ist zwar gut, aber eben auch hochkomplex. Wir sollten uns mit den Krankenhäusern zusammensetzen, und zusammen nach Lösungen suchen, wie wir gemeinsam Fehlerquellen und -quote verringern und die Transparenz erhöhen können. Wir müssen mehr Kompetenz aufbauen und die Richtlinien weiterentwickeln. Das sollte übrigens auch im Interesse der Krankenhäuser liegen“, unterstreicht Kleis.
Dazu gehörten allerdings gleich lange Spieße. Heute ist es noch so, dass die Kasse für jede Überprüfung, die keinen Kodierfehler nachweisen kann, 300 Euro Aufwandsentschädigung ans Krankenhaus überweisen muss. „Umgekehrt erhalten wir von den Krankenhäusern keine derartige Aufwandsentschädigung, wenn wir Fehler tatsächlich nachweisen können. Und wie gesagt: Das gilt für jeden zweiten Fall. Dieser faktische Malus ist die falsche Anreizbildung, zur gegenseitigen Vertrauensbildung brauchen wir für beide Seiten eine Aufwandspausschale“, fordert die Landesgeschäftsführerin.
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