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Elektronische Gesundheitskarte endgültig vor dem Aus?

Hamburg, 05. Februar 2009

So hätte sie aussehen können: Die elektronische Gesundheitskarte
So hätte sie aussehen können: Die elektronische Gesundheitskarte
 

Im Streit um die Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte, droht das Projekt endgültig zu scheitern. Die AOK Rheinland/Hamburg droht einen Boykott an.

Der Streitpunkt ist die Frage, ob die Ärzte verpflichtet werden sollen, mit den für die Karte vorgesehenen Netzwerken online zu gehen. Der Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, fordert eine Verpflichtung der Ärzte zum Online-Verfahren. „Sonst kann man den Start nicht riskieren“, sagt Jacobs.

Die Bundesärztekammer kritisiert das Vorhaben, weil sie unter anderem befürchtet, der Einsatz der Gesundheitskarte würde im Praxisalltag hinderlich sein und ein Risiko bei der Behandlung darstellen. Der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl, sagte, jeder Arzt müsse selbst entscheiden können, ab wann er den Onlineverbund nutzen will.

„Die Online-Anbindung der Ärzte an die Telematik-Infrastruktur ist in der Startphase natürlich freiwillig“, bemüht sich die Chefin des Kassen- Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, um versöhnliche Töne. Später allerdings meint auch sie, soll sie Pflicht werden.

Über die elektronische Gesundheitskarte sollen 80 Millionen Versicherte der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung mit 127 000 Ärzten, 65 000 Zahnärzten, 21 000 Apotheken und 2100 Krankenhäusern vernetzt werden. Sie soll den Datenaustausch erleichtern und so die Behandlung der Patienten optimieren.
Ein Boykott der AOK Rheinland/Hamburg könnte die Einführung der Karte verhindern, weil die Region als Vorreiter für das Projekt dienen sollte.


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