Berlin, 21. Januar 2010
Für bessere Strukturen und mehr Koordination bei der Versorgung Demenzkranker und ihrer Angehörigen haben sich die Partner der Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin (IDA) ausgesprochen.
Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, sagte bei der Vorstellung neuer Ergebnisse der IDA-Studie, die Leistungen von pflegenden Angehörigen seien in der Vergangenheit kaum gewürdigt worden. Dabei leisteten diese Menschen Enormes. Professor Elmar Holle vom Helmholtz-Zentrum in München und einer der beiden wissenschaftlichen Leiter der Studie untermauerte das mit neuen Zahlen aus der IDA-Studie: "Die tatsächlichen durchschnittlichen Kosten für die Versorgung Demenzkranker betragen pro Jahr 47.108 Euro. Die pflegenden Angehörigen erbringen Leistungen im Umfang von fast 80 Prozent dieser Kosten."
Nach Worten von Professor Elmar Gräßel von der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen, ebenfalls wissenschaftlicher Leiter, hat die Auswertung gezeigt, dass die Mehrheit der Betroffenen sich von einer zugehenden Angehörigenberatung sehr unterstützt fühlt. Dr. Sonja Wunder, Studienleiterin in der AOK Bayern, machte auf Schwierigkeiten aufmerksam, auf die die IDA-Partner im Rahmen der Studie gestoßen seien: Viele Menschen wollten die Krankheit nicht wahrhaben und nähmen deswegen keine oder kaum Hilfe in Anspruch. Daher sei es umso wichtiger, die Angebote zu den Menschen zu bringen. Auch nach Ansicht von Heike von Lützau-Hohlbein von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft besteht bei der Vorsorgung Demenzkranker noch viel Verbesserungsbedarf. Dr. Andreas Penk, Vorsitzender der Geschäftsführung Pfizer Deutschland, sagte, bislang lasse sich bei vielen Demenzerkrankungen nur der Verlauf verlangsamen, eine Heilung sei nicht möglich. Die Forschung arbeite aber an der Entschlüsselung der molekularen Prozesse. Er erwarte Ergebnisse noch in diesem Jahrzehnt.
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