Hannover, 24. März 2011
Die Ermittler der KKH-Allianz haben im vergangenen Jahr einen Rekordschaden durch Betrug festgestellt. Insgesamt sei eine Schadenssumme von 2,1 Millionen Euro entstanden.
In mehr als jedem dritten Fall (348) ermittelte die KKH-Allianz 2010 im Apothekenbereich. In 196 Fällen gingen die Ermittler gegen Krankengymnasten und Physiotherapeuten vor. Im Bereich der Ärzte verzeichnete die Kasse 55 Fälle. Es folgten Ermittlungen wegen unzulässiger Zusammenarbeit (51 Fälle) und Fahrtkosten (43 Fälle). Die größte Schadenssumme konnte die KKH-Allianz im Bereich der Ärzte mit 953.000 Euro bilanzieren. Auf Platz zwei folgen Apotheken mit 431.000 Euro und Leistungsmissbrauch durch Versicherte mit 189.000 Euro.
Angesichts der Entwicklung sieht Ingo Kailuweit, Vorstandschef der KKH-Allianz, dringenden Handlungsbedarf: „Die Bilanz zeigt uns, dass sowohl die Ermittlungsbehörden als auch der Gesetzgeber in vielen Punkten gefordert sind. Nur dann können wir dem leider weit verbreiteten Phänomen des Abrechnungsbetruges im Gesundheitswesen angemessen begegnen.“
Um Betrug und Korruption im Gesundheitswesen einzudämmen, muss nach Ansicht der KKH-Allianz der Gesetzgeber tätig werden. „Trotz der zurzeit positiven Entwicklung in der Rechtsprechung zu der Frage, ob sich ein niedergelassener Arzt wegen Korruption strafbar machen kann, brauchen wir hierzu eine Klarstellung im Gesetz“, so Vorstandschef Kailuweit. Noch ist dieser Sachverhalt in der Praxis und in der einschlägigen Literatur höchst umstritten.
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