Münster, 30. Juli 2010
Probanden für Arzneimittel- und Therapiestudien sollten nach Ansicht von Ärztinnenverbänden öfter weiblich sein. Immer noch werden Medikamente vorrangig an Männern getestet.
Arzneimittel können bei Männern und Frauen unterschiedlich wirken. Deshalb sollten Aussagen zur Anwendung und Dosierung von Arzneien nicht allein an männlichen Probanden gemacht werden. „Frauen sind nicht einfach verkleinerte Männer“, sagte die Vizepräsidentin des Weltärztinnenbundes, Waltraud Diekhaus.
Die Quote bei klinischen Studie steige zwar langsam, Frauen seien aber immer noch deutlich unterrepräsentiert, erläuterte Regine Rapp-Engels, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, zum Auftakt des Weltkongresses der Medizinerinnen.
Auch bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen müssten Unterschiede zwischen Mann und Frau berücksichtigt werden.
Obwohl die Zahl der Frauen bei klinischen Studien in den vergangenen Jahren gestiegen war, seien Probandinnen immer noch deutlich unterrepräsentiert, sagte Rapp-Engels.
Frauen werden seltener bei Studien eingesetzt, weil die hormonellen Schwankungen zu Unwägbarkeiten bei den Ergebnissen führen können. «Vieles steckt noch in den Kinderschuhen, aber unser Fernziel ist eine geschlechtsspezifische Differenzierung in der Wissenschaft und bei der medizinischen Behandlung», sagte Diekhaus.
Geschlechterspezifische Medizin im MDK Forum
Auch die Ausgabe 1/2010 des MDK Forum beschäftigt sich mit dem Thema Männer-/Frauen-Gesundheit und den Unterschieden, die es z.B. in der Arzneimittelversorgung gibt. Da die Wirkungen der Arzneimittel hauptsächlich bei Männern getestet werden, haben Frauen häufiger mit Nebenwirkungen zu kämpfen.
Wir schicken Ihnen gerne eine PDF-Version des MDK Forum zu. Senden Sie uns dazu einfach eine E-Mail an redaktion@mdkn.de
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