Berlin, 09. März 2009
Der Streit um die Ärzte-Honorare scheint kein Ende zu nehmen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) räumte nun ein, dass es teilweise Probleme mit der Honorarreform gebe.
Schmidt erklärte, dass es in einzelnen Regionen und einzelnen Arztgruppen Schwierigkeiten in Bezug auf das Honorarsystem gebe. Es sei nun Aufgabe der Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen, diese Schwierigkeiten auszuräumen, sagte sie in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin» (Sonntagabend).
Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) forderte angesichts der anhaltenden Ärzteproteste eine Abschaffung des Honorarsystems. Die „verfehlte Honorarreform“ habe Krankenkassen, Ärzte und Patienten in eine „Situation der großen Verunsicherung“ gebracht.
Der CSU-Politiker will die bisherige Verteilung der Honorare durch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) durch eine frei ausgehandelte Gebührenordnung ersetzen.
Die Honorarreform zum 1. Januar 2009 sollte das Vergütungssystem vereinfachen und den Ärzten 3 Milliarden Euro mehr einbringen. Viele Ärzte in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig Holstein protestieren dagegen, weil sie mit Honorareinbußen rechnen und fordern eine andere Verteilung. Sie drohten Einschränkungen bei der Versorgung der Patienten an oder verlangten Vorkasse für die Behandlung.
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