Berlin, 15. Juni 2009
Die AOK will ihren Versicherten ein Portal im Internet zur Bewertung der niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte bieten. Darin sollen die Patienten Leistung und Service der Mediziner kritisieren.
Der AOK-Arzt-Navigator, in dem die 185.000 niedergelassenen Ärzte bewertet werden sollen, soll im kommenden Jahr starten und ziele auf Verbesserungen der Behandlungsqualität ab, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Auch die Barmer Ersatzkasse und die Techniker Krankenkasse (TK) zeigten Interesse an dem Bewertungs-Portal. Das Echo auf den eigenen Krankenhausnavigator im Netz zeige, «dass der Bedarf durchaus da ist», wird Sprecherin Susanne Rüsberg-Uhrig zitiert. Es könne allerdings nicht darum gehen, dass die Patienten pauschal Ärger oder Zufriedenheit äußerten. «Nur wenn Ärzte und Wissenschaftler einen Kriterienkatalog entwerfen, kann das ein sinnvolles Instrument sein.»
Auch der GKV-Spitzenverband, die Vertretung der gesetzlichen Krankenkassen, äußerte sich der Zeitung zufolge positiv. Man könne sich zwar nicht konkret zum AOK-Modell äußern, das man bisher nur aus den Medien kenne. «Wir begrüßen aber alles, was zu mehr Transparenz und besserer Versorgung führt», sagte Verbandssprecher Florian Lanz.
Auf Seiten der Ärzte hingegen gab es heftige Kritik an dem Bewertungssystem. Der Vorstandschef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Jürgen Fedderwitz, sagte der „Süddeutschen Zeitung“, Bewertungsportale seien extrem missbrauchsanfällig. Über gute Medizin könnten Patienten nicht einfach abstimmen wie bei „Deutschland sucht den Superstar“.
AOK-Vorstandsmitglied Jürgen Graalmann entgegnete dem in der ARD, die Patienten seien „sehr wohl in der Lage“, Servicequalität, Praxisorganisation, Wartezeiten und die Einbindung in ärztliche Entscheidungen zu beurteilen. „Das werden wir auf diesem Portal abfragen.“ Die AOK wolle die Behandlungsqualität verbessern.
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