Berlin, 02. Juni 2009
Gesetzlich Krankenversicherte zahlen immer mehr Praxisgebühr beim Zahnarzt, meldet die Deutsche Presse Agentur (dpa).
Für die Behandlung bei den 54.780 Vertragszahnärzten hätten die Versicherten im vergangenen Jahr 406 Millionen Euro Gebühr bezahlt, sagte der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Jürgen Fedderwitz, am Montag der dpa in Berlin. 2007 seien es noch 401,5 Millionen Euro gewesen, 2006 rund 395 Millionen.
Die Zahnärzte warnen vor negativen Folgen der Gebühr. «Die Praxisgebühr beim Zahnarzt ist kontraproduktiv, da sie keine positive Lenkungswirkung entfalten kann, sondern die Menschen höchstens vom rechtzeitigen Arztbesuch abhält», kritisierte Jürgen Fedderwitz, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zwar gingen 70 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr zum
Zahnarzt. «Wenn man die gute Vorsorge bei Kindern ins Erwachsenenalter herüberretten will», sollte man aber auf die Praxisgebühr verzichten, forderte er. Niemand sollte vom frühzeitigen Gang zum Zahnarzt abgeschreckt werden, denn so lassen sich spätere, aufwendigere Behandlungen verhindern, meinte Fedderwitz.
Gesetzlich Versicherte müssen eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal bei erstmaliger Inanspruchnahme eines Arztes zahlen.
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