Hannover, 25. September 2009
Etwa 100 Teilnehmer kamen am 17. September zum Forum Patientensicherheit in Hannover.
Bei der Veranstaltung der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) standen Praxisbeispiele zur Verbesserung der Patientensicherheit im Fokus, darunter auch das Gemeinschaftsprojekt von KKH-Allianz und dem MDK Niedersachsen.
Das Projekt umfasst im Wesentlichen drei Module. „Wir arbeiten u. a. praktisch vor Ort in ausgewählten Krankenhausabteilungen mit Flugkapitänen und Medizinern an der Etablierung von Sicherheitsstandards, die sich an die Luftfahrt anlehnen“, erklärte Projektkoordinator Martin Dutschek vom MDK Niedersachsen. Darüber hinaus unterstützt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine vergleichbare Personalentwicklung der in das Programm einbezogenen Mitarbeiter. Das dritte Modul beinhaltet ein verpflichtendes Training der OP-Teams im Patienten-Simulator. Hier geht es zum Beispiel um die Interaktion im Team in Normal- und Stresssituationen. „Unser Vorhaben versteht sich als lokales Projekt, das wesentliche Inhalte des Fortbildungskonzeptes Patientensicherheit der Bundesärztekammer beinhaltet“, sagte Dutschek.
Schon am Anfang der Veranstaltung ging Dominic Cardozo in seinem Referat „Brauchen Ärzte einen Pilotenschein?“ auf Parallelen zwischen Luftfahrt und Medizin ein. Cardozo ist Fluglehrer bei Lufthansa Flight Training in Bremen und sagte, dass nicht die Fehlervermeidung, sondern Fehlerverminderung das Ziel sei. „Denn Fehler passieren in jedem System.“ Das zu akzeptieren verlange „vor allem menschliche Bereitschaft“. Angst sei als pädagogisches Mittel zur Fehlerreduzierung völlig ungeeignet, erläuterte der Luftfahrtexperte. „Wer also einen Fehler in ein Meldesystem berichtet, muss sicher sein, dass dies keine Strafe nach sich zieht.“
Weiter Praxisbeispiele:
Co-Pilotensystem in der Herzchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover
Arzneimittelsicherheit durch interne Audits
Verbesserung der Arzneimittelsicherheit im Allgemeinen Krankenhaus Celle
Leitsystem im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg
Dr. Jörg Lauterberg, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, stelle das neu gegründete Institut für Patientensicherheit an der Universität Bonn vor. Lauterberg skizzierte die umfassenden Aktivitäten und unterstrich, dass sich die Patientensicherheit in Deutschland auf einem guten, aber noch langem Weg befinde.
In der „Take home-Message“ kündigte Veranstaltungsleiterin Dr. Brigitte Sens, Leiterin des Zentrums für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ), für das kommende Jahr eine breite Kampagne zur Patientensicherheit in Niedersachsen an.
Die Vorträge können unter www.zq-aekn.de (Berichte) heruntergeladen werden.
Wer mehr zum Patientensicherheits-Programm der KKH-Allianz und des MDK Niedersachsen erfahren will, maile bitte unter sichererpatient@mdkn.de
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