Hannover, 02. April 2007
Am 29. und 30. März fand der jährliche Behandlungsfehler-Workshop der MDK-Gemeinschaft in Hannover statt. 20 ärztliche Gutachter aus 16 Medizinischen Diensten nahmen teil.
Der Austausch der Behandlungsfehlerexperten der MDK-Gemeinschaft dient vor allem dazu, in vergleichbaren Fällen zu einheitlichen Stellungnahmen zu kommen. Erneut standen Falldiskussionen aus dem Bereich Chirurgie im Mittelpunkt dieser Fortbildung. Prof. Dr. Rainer Kirchner, Leiter des Geschäftsbereichs Behandlungsfehler beim MDK Niedersachsen, stellte den Teilnehmern einen ungewöhnlichen Begutachtungsfall mit Pfählungsverletzung vor. Eine Pfählungsverletzung entsteht durch Eindringen von pfahlartigen Gegenständen in den Körper. Viele behandelnde Chirurgen verträten die Ansicht, dass Pfählungen sehr selten sind und es deshalb auch keine Behandlungsstandards gäbe. Dem widersprach Prof. Kirchner und stellte anhand von 19 selbst operierten Patienten mit Pfählungsverletzungen die standardisierte Diagnostik und Therapie vor.
Zu jedem Behandlungsfehler-Workshop gehört die Besprechung eines „besonderen Falls“. Dabei ging es um eine Verwechslung von Haupt- und Nebengallengang anlässlich einer laparoskopischen Entfernung der Gallenblase.
Tagungsleiter Prof. Dr. Ralf Lemke vom MDK Nordrhein ging unter anderem auf das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Aufklärung bei Robodoc und eine neue Begutachtungshilfe „Anastomoseninsuffizienz im Gastrointestinaltrakt“ ein.
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